LuxFilmFest
Die unscheinbaren Kräfte im Kampf gegen Pinochet: „1976“ von Manuela Martelli
Chile hat sich vielleicht Augusto Pinochets entledigt, doch die Wunden, die seine Militärdiktatur hinterlassen hat, sind bis zum heutigen Zeitpunkt nicht verheilt. Der Versuch eines Referendums der Verfassung, welche seit 1980 – also Pinochet-Zeiten – steht, ist gescheitert. Und das, obwohl Massenproteste dieses Referendum erst möglich gemacht haben. Kritik am Plebiszit hin oder her, der Wunsch nach Veränderung ist auch Jahrzehnte danach akut.
Manuela Martelli hat die letzten Pinochet-Jahre als Kind miterlebt. Die Schauspielerin hat jetzt mit „1976“ ihr Spielfilmdebüt als Regisseurin inszeniert und wurde damit prompt in Cannes in die Quinzaine eingeladen. Kinder gibt es in ihrer Erzählung auch eine Menge, Martellis Fokus liegt aber auf einer erwachsenen Frauenfigur.