Gemeinderat
Die Stadt Esch soll eine neue visuelle Identität bekommen
Viel Routine war auf der Tagesordnung des ersten Escher Gemeinderats im Jahr 2022. Dabei standen die neue visuelle Identität der Stadt und die Diskussionen um den Teilbebauungsplan des „Square Mile“ in Belval im Mittelpunkt.
Der „Square Mile“ in Belval Foto: Editpress/Tania Feller
Das Escher Designbüro Lola bekam den Auftrag, einen partizipativen Prozess zu starten, der bis Ende des Jahres zu einem neuen Logo für die Stadt Esch führen soll. Das bisherige mit dem Turm und dem Slogan „ma ville, ma vie“ war um die Jahrtausendwende eingeführt worden. Jeder Haushalt soll sich am Findungsprozess beteiligen und wird im Laufe des Jahres einen Fragenkatalog erhalten.
Das bisherige Logo der Stadt Esch Quelle: Editpress-Archiv
Diskussionen löste derweil der Teilbebauungsplan (PAP) des neuen Viertels „Square Mile“ auf Belval aus. Das Gelände, das in den letzten Jahren als großer Parkplatz diente, liegt sowohl auf Escher als auf Sassenheimer Boden und wird demnächst bebaut. Die Gelegenheit nutzten vor allem die Vertreter von „déi Lénk“, um Kritik am Gesamtprojekt Belval zu üben. Dass eine halbprivate Gesellschaft wie Agora (50% ArcelorMittal, 50% Staat) zusammen mit fünf kommerziellen Partnern die frühere Industriebrache entwickele, sei deutlich sichtbar, so Line Wies. Belval sei eine Spielwiese für Immobilienspekulation, was auch der Grund sei, weshalb es hier kaum Leben gebe, sagte Wies weiter. Das sei eine Konsequenz dessen, dass die Gemeinde die Planungshoheit abgegeben habe. Die Räte der Linken stimmten demnach auch gegen den PAP.
Der Rest der Gemeinderatssitzung bestand aus Konventionen, Personalfragen und Kaufverträgen. So ist Esch nun eine Fairtrade-Gemeinde, des Weiteren wurde die Konvention mit dem Staat zum nationalen Sportmuseum gutgeheißen. Das Museum wird Teil der neuen Sportarena in Lankelz. Die Gemeinde finanziert das Projekt vor, erhält das Geld aber vom Staat zurück. Außerdem wurde der Kauf der neuen Gebäulichkeiten in der Berwart-Straße für die Vereinigung „Médecins du monde“ für rund 1,2 Millionen Euro beschlossen.
Nach rund zweieinhalb Stunden waren die 14 Punkte der Tagesordnung abgearbeitet und der schon fast rekordverdächtig kurze erste Gemeinderat des Jahres beendet. Angefangen hatte er mit einer Bescherung. So bekamen die Gemeinderatsmitglieder die neue Ausgabe des Merian-Magazins mit dem Themenschwerpunkt Esch sowie den neuen Reiseführer „Zoom Minett“ überreicht. Mit den Geschenken im Gemeinderat würde das aber jetzt nicht immer so weitergehen, bemerkte Bürgermeister Georges Mischo (CSV) augenzwinkernd.