Zwischen Frost und Atlantikluft

Die Modelle sind sich uneins: Kehrt der Winter noch einmal nach Luxemburg zurück?

Der Blick in die mittelfristigen Wetterprognosen zeigt derzeit ein ungewöhnlich großes Spannungsfeld. Während sich die Wetterlage bis zum kommenden Wochenende vergleichsweise einheitlich darstellt, gehen die Berechnungen der beiden führenden Wettermodelle in der zweiten Januarhälfte deutlich auseinander. Im Raum steht die Frage, ob sich der Winter noch einmal ernsthaft zurückmeldet – oder ob milde Atlantikluft das Geschehen weiter dominiert.

Abendstimmung an einem milden Januartag mit warmem Licht und ruhiger Winterlandschaft

Abendstimmung an einem milden Januar-Tag Foto: Editpress/Guido Romaschewsky

Bis einschließlich Wochenende herrscht in den Modellrechnungen weitgehend Einigkeit. Luxemburg liegt unter dem Einfluss einer milden Strömung, gespeist durch Tiefdruckgebiete westlich von Europa und Hochdruck über dem westlichen Russland. Dieses Zusammenspiel sorgt für Temperaturen, die für die Jahreszeit eher zu hoch ausfallen. Auch zum Wochenstart der kommenden Woche, also bis Montag oder Dienstag, zeichnet sich noch kein grundlegender Wandel ab. Erst ab etwa Mitte nächster Woche wächst die Unsicherheit deutlich.

Der amerikanische Modellansatz: Winterliche Wende möglich

Aus Sicht des amerikanischen Wettermodells GFS wird es ab etwa dem 23. Januar spannend. Mehrere Läufe deuten darauf hin, dass sich über Skandinavien ein kräftiges Hochdruckgebiet etablieren könnte, während sich Tiefdruckzentren über dem Mittelmeerraum festsetzen. Eine solche Konstellation würde eine östliche Strömung begünstigen – mit der Folge, dass sehr kalte Luft aus dem Norden Russlands über Osteuropa bis nach Mitteleuropa vordringen könnte.

In diesem Szenario würde es auch in Luxemburg deutlich kälter werden. Allerdings handelt es sich dabei um trockene Kontinentalluft. Selbst bei markantem Temperatursturz wären Schneefälle eher unwahrscheinlich. Einzelne, besonders extreme GFS-Läufe gingen zuletzt nachts von zweistelligem Minus aus, auch tagsüber hätte die Temperatur höchstens bei -5°C gelegen. Diese Berechnungen gelten derzeit jedoch als Ausreißer und haben bislang keine breite Unterstützung innerhalb des Modell-Ensembles.

Europäischer Gegenentwurf: Mildes Westwetter setzt sich fort

Ganz anders präsentiert sich die Lage im europäischen Wettermodell ECMWF. Dort bleibt das skandinavische Hoch weiter nach Nordosten verschoben, während sich atlantische Tiefdruckgebiete ungehindert Richtung Mitteleuropa ausbreiten können. Luxemburg läge in diesem Fall dauerhaft in der sogenannten Frontalzone – einem Bereich mit häufigen Wetterwechseln, Wind und vergleichsweise milden Temperaturen.

Nach diesem Modellansatz würde der Winter im weiteren Verlauf der zweiten Januarhälfte kaum eine Rolle spielen. Stattdessen wären wechselhafte West- bis Südwestlagen bestimmend, begleitet von Regenphasen, stürmischen Abschnitten und nur kurzen Abkühlungen. Auch frühere Läufe des ECMWF zeigen ein sehr ähnliches Muster, was dieser Variante derzeit eine gewisse Stabilität verleiht.

Große Unsicherheit ab Ende Januar

Ab etwa dem 23. Januar klaffen die Modelllösungen damit weit auseinander. Während das amerikanische Modell einen möglichen Kaltluftvorstoß aus Osten ins Spiel bringt, hält das europäische Modell größtenteils an einer milden Atlantikdominanz fest. Nur der letzte Lauf tendierte langsam in Richtung GFS – doch das bekommt erst dann Gewicht, wenn sich das noch mehrere Male wiederholt.

Noch lässt sich nicht sagen, welche Variante sich durchsetzen wird. Klar ist jedoch: Die Wetterlage befindet sich an einem möglichen Wendepunkt. Ob daraus noch einmal eine echte Winterphase entsteht oder ob der Januar mild zu Ende geht, bleibt offen. Als Freund von Winter, Schnee und Kälte darf man jedenfalls gespannt bleiben.

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