Gemeinderat Käerjeng

Die Folgen des Brands im „Scoutshome“ und die Umbauarbeiten rund um das neue Rathaus

Während die Gemeinde Käerjeng Millionen in die Entwicklung ihres Ortszentrums investiert, steht ein Wohnungsprojekt in Hautcharage wegen überraschender archäologischer Funde auf der Kippe.

Feuer im Scoutshome Küntzig, blaue Plane schützt Gebäude vor weiterem Wasserschaden nach Brand letzte Woche

Im Pfadfinderheim in Küntzig war vergangene Woche ein Feuer ausgebrochen, die blaue Plane soll verhindern, dass weiteres Wasser ins Gebäude eindringt Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

Zu Beginn der Gemeinderatssitzung ging die neue Bürgermeisterin Nadine Braconnier auf den Brand im Künziger „Scoutshome“ ein. Das Feuer war in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag (28. Mai) ausgebrochen. Mehr als 40 Feuerwehrleute aus Käerjeng, Petingen, Kahler und Sassenheim/Differdingen standen im Einsatz.

„Nur durch das schnelle Eingreifen der Rettungskräfte konnte Schlimmeres verhindert werden“, betonte Braconnier. Dennoch sei erheblicher Schaden entstanden. Ein Großteil des Daches wurde durch die Flammen zerstört, zudem verursachten die Löscharbeiten erhebliche Wasserschäden.

„Im derzeitigen Zustand wird es mehrere Monate dauern, bis das Gebäude wieder genutzt werden kann. Die Scouten können momentan darauf verzichten, da viele ihrer Aktivitäten im Freien stattfinden. Sollte dennoch ein Gebäude benötigt werden, werden wir eine Lösung finden“, erklärte die Bürgermeisterin.

Der Schöffenrat werde dem Gemeinderat so schnell wie möglich einen Kostenvoranschlag für die Instandsetzung vorlegen. Zudem bestätigte Braconnier, dass die Kriminalpolizei vor Ort war, da der Verdacht auf Brandstiftung besteht. Die Ermittlungen laufen zurzeit noch.

Archäologische Funde, weitere Grabungen

Braconnier informierte den Gemeinderat zudem kurz über das Projekt am ehemaligen Pfarrhaus in Hautcharage, wo ursprünglich zwei Wohnungen entstehen sollten. Wie gesetzlich vorgeschrieben, führte das Nationale Institut für archäologische Forschungen sowohl im Gebäudeinneren als auch im Außenbereich archäologische Untersuchungen durch. Dabei wurden jedoch bedeutende Funde gemacht, die weitere Grabungen erforderlich machen.

„Dadurch drohen dem Projekt erhebliche Verzögerungen“, erklärte Braconnier. „Je nachdem, welche weiteren Entdeckungen gemacht werden, könnte das Vorhaben sogar ganz aufgegeben werden müssen. Sobald Klarheit über das weitere Vorgehen besteht, werden wir den Gemeinderat erneut informieren.“

Weitere Informationen gab es zur Renovierung der geschützten Häuser Nr. 26 und 28 in der rue de l’Eglise in Käerjeng, unmittelbar neben dem Friedhof. Die Gemeinde plant eine umfassende Sanierung der beiden Gebäude. Im Außenbereich soll unter anderem der bisherige Toilettenanbau entfernt werden. Die sanitären Anlagen sollen künftig in die Nähe des Pfarrhauses verlegt werden. Zudem ist vorgesehen, den Zugang zum Friedhof barrierefrei zu gestalten. Für die gesamten Arbeiten veranschlagt die Gemeinde Kosten in Höhe von rund 1,7 Millionen Euro.

Shared Space beim neuen Rathaus

Deutlich teurer fällt die Neugestaltung des Außenbereichs sowie die Anpassung der Straßen rund um das neue Rathaus aus. Insgesamt sollen hierfür 3,1 Millionen Euro investiert werden.

Direkt vor dem Rathaus ist ein neuer Aufenthaltsbereich geplant. Der angrenzende Abschnitt der rue de l’Eau soll zudem in einen Shared Space umgewandelt werden. Diskussionen löste dabei die Entscheidung aus, die Straße künftig als Sackgasse auszuweisen. Es soll künftig nicht mehr möglich sein, von dort auf die rue de la Résistance abzubiegen. Bedenken, dass Anwohner dadurch beeinträchtigt werden könnten und neue Verkehrsprobleme entstünden, wies der Schöffenrat zurück. Man sei überzeugt, dass sich die Bürger schnell an die neue Situation gewöhnen würden. Zudem reagiere die Gemeinde damit auf wiederholte Klagen über die hohe Verkehrsbelastung in diesem Bereich.

Ein neuer Fußweg soll künftig direkt am Rathaus vorbeiführen und die Verbindung für Fußgänger durch das Ortszentrum verbessern. Teilweise wird der Weg von einer Pergola überdacht, die zugleich als Schattenspender dienen soll.

In unmittelbarer Nähe des Rathauses sind außerdem 20 Parkplätze vorgesehen. Rund die Hälfte davon soll jedoch den Fahrzeugen der Gemeindeverwaltung vorbehalten sein, vor allem für deren mobile Dienste, die viel mit den Autos unterwegs sind. Die gesamte Fläche soll möglichst wasserdurchlässig gestaltet und begrünt werden.

Von März bis Mai 2027 soll die alte Musikschule abgerissen werden. Die Arbeiten zur Neugestaltung des Umfelds sollen anschließend im Juni 2027 beginnen und im Laufe des Jahres 2028 abgeschlossen werden.

Moderne Gemeinde mit nachhaltiger Infrastruktur und grünen Flächen im Zukunftskonzept für städtische Entwicklung

So soll es künftig rund um das neue Rathaus aussehen Darstellung: Gemeinde Käerjeng

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