Tier des Tages
Der Rotfuchs – Vulpes vulpes – ein cleverer Überlebenskünstler
Gemeinsam mit dem „Centre de soins pour la faune sauvage“ stellt das Tageblatt während der Sommerferien heimische Wildtiere vor und zeigt, wie verletzte oder geschwächte Tiere in der Pflegestation versorgt werden. Heute stellen wir den Rotfuchs vor.
Der Rotfuchs darf in Luxemburg nicht gejagt werden Foto: Fleegestatioun fir wëll Déieren
Der Rotfuchs ist ein anpassungsfähiger, opportunistischer Allesfresser, der sich mit rund einem Meter Länge und 5 bis 9 kg Gewicht flexibel auf ein Leben in Wald, Feld und sogar der Stadt einstellt. Als natürlicher Regulator von Nagetieren ist er ein wertvoller Partner für die Landwirtschaft. In Luxemburg ist der Fuchs komplett von der Jagd befreit, da die Bestände durch Verkehrsunfälle und Krankheiten ohnehin stark rückläufig sind.
Dieser Trend spiegelt sich deutlich in unserer Wildtierstation wider: Seit 2021 verzeichnen wir kontinuierlich weniger Füchse. Waren es 2021 noch 129 Tiere, sank die Zahl im letzten Jahr auf ein Rekordtief von nur 35 Stück. Dennoch erreichen uns aus dem ganzen Land viele Telefonate zu Sichtungen von Füchsen, die an Räude leiden. Diese durch die Milbe Sarcoptes scabiei verursachte Hauterkrankung führt zu massivem Juckreiz, Krustenbildung und extremem Haarausfall. Ohne ihr isolierendes Fell magern die Tiere ab und sterben in der Natur oft an Unterkühlung.
Die Erkrankung ist zwar behandelbar, doch eine Aufnahme auf der Station bleibt die Ausnahme. Bei Jungtieren verhält es sich anders: Fuchswelpen landen meist nur deshalb in menschlicher Obhut, weil sie im Frühjahr bei Ausflügen vor den Bau fälschlicherweise für verlassen gehalten und unnötig eingesammelt werden. Kommt es im Zentrum zur Aufzucht verwaister Welpen, werden diese manchmal gemeinsam mit Dachsen betreut. In freier Natur teilen sich beide Arten ohnehin regelmäßig denselben Bau auf verschiedenen Etagen. Durch das gemeinsame Spiel erlernen sie wichtige soziale Codes, ohne sich an den Menschen zu prägen.
Jungfüchse werden oftmals mit Dachsen gemeinsam betreut Foto: Raf Stassen