Luxemburg-Stadt
90 Hektar Gelände mitten in der Stadt – CFL will „zweite Fassade“ des Hauptbahnhofs
Die multimodale Infrastruktur am Hauptbahnhof wird ausgebaut. Dafür wird freigewordenes Land verwendet. Was vorgesehen ist. Und warum Wohnraum dazu vorerst nicht gehört.
Die Bahnhofsinfrastruktur in Bonneweg soll ausgebaut werden Foto: Editpress-Archiv/Alain Rischard
Arbeiten in Bonneweg haben kürzlich insgesamt 90 Hektar Gelände freigemacht. Dafür wurden Anlagen entlang der Gleise in der Nähe des Hauptbahnhofs entfernt. Der Abgeordnete Meris Sehovic („déi gréng“) wollte in einer parlamentarischen Anfrage an die Mobilitäts- und Transportministerin Yuriko Backes (DP) wissen, wofür das Gelände verwendet werde.
90
Hektar Gelände sind neu verfügbar
Zweite Fassade des Hauptbahnhofs
Das Areal gehöre der CFL, so die Ministerin in ihrer schriftlichen Antwort. „Das vorgesehene Projekt zielt in erster Linie darauf ab, die multimodalen Infrastrukturen des Hauptbahnhofs zu stärken.“ Und: „Ziel ist, das historische Empfangsgebäude zu ergänzen sowie die zweite Fassade des Hauptbahnhofs auf der Seite von Bonneweg zu entwickeln.“ Dafür solle etwa ein neuer Busbahnhof entstehen. Auch ein Bereich für „Kiss&Go“ sowie Taxistellplätze seien vorgesehen, genauso wie ein neues Empfangsgebäude mit Geschäften und Dienstleistungen.
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind Wohnnutzungen in dieser Zone nicht zulässig
Yuriko Backes (DP)
Ministerin für Mobilität und Transport
„Die detaillierte Programmplanung und die Machbarkeitsstudien des Projekts werden noch vor Ende dieses Jahres beginnen“, so die Ministerin weiter. Dabei sollen unter anderem die Stadtverwaltung der Hauptstadt, die CFL sowie die Straßenbauverwaltung beteiligt sein. Weiterhin sollen die Arbeiten im Einklang mit dem „Plan d’aménagement général“ (PAG) der Stadt Luxemburg erfolgen. Denn: „Für die Zone ‚Gare‘ erlaubt der PAG insbesondere Gebäude und Einrichtungen des Eisenbahnwesens, Einzelhandel, Dienstleistungen sowie Einrichtungen und Anlagen von öffentlichem Interesse.“
Vorerst keine Wohnungen geplant
Sehovic wollte in seiner Anfrage ebenfalls wissen, ob Wohnraum, insbesondere bezahlbare Wohnungen, vorgesehen sei. Die Ministerin verneinte dies jedoch. „Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind Wohnnutzungen in dieser Zone nicht zulässig.“ Das Thema werde jedoch im Rahmen der Studien vor Beginn der Arbeiten analysiert, so Backes, die in ihrer Antwort allerdings keine weiteren Details nannte.
Ziel ist es, die Zugänglichkeit des Bahnhofs für sämtliche Nutzer unabhängig von ihrer Fortbewegungsart zu verbessern
Yuriko Backes (DP)
Ministerin für Mobilität und Transport
Auch der Zugang zu den Bahnsteigen sowie dem historischen Vorplatz werde analysiert, so die zuständige Ministerin. „Ziel ist es, die Zugänglichkeit des Bahnhofs für sämtliche Nutzer unabhängig von ihrer Fortbewegungsart zu verbessern.“
Die neu freigewordenen Areale finden bereits vor Beginn der Bauarbeiten eine temporäre Verwendung. „Bis zur Umsetzung dieses Projekts wird das Grundstück von den CFL zum Abstellen von CFL-Bussen während der Bauphase des neuen CFL-Busdepots in Bonnevoie genutzt werden“, schreibt die Ministerin.