Grüne Oase

Der Merscher Park hat sich zu einem attraktiven Naherholungsplatz entwickelt

Ob zum Spazierengehen, Spielen oder einfach, um die Seele baumeln zu lassen – der Park ist für viele Merscher ein beliebter Ort der Naherholung. Seit 1997 hat sich das Gebiet deutlich gewandelt. Auch in Zukunft soll es weiter wachsen und sich entwickeln.

Der Park ist ein beliebter Ort der Naherholung

Der Park ist ein beliebter Ort der Naherholung Foto: Editpress/Hervé Montaigu

In Zeiten des Klimawandels und zunehmender Urbanisierung gewinnen Grünflächen immer mehr an Bedeutung. Auch in Mersch ist man sich längst bewusst, welchen positiven Einfluss eine grüne Oase im Herzen der Gemeinde auf das Wohlbefinden der Bevölkerung haben kann. Seit den 1990er-Jahren wird daher gezielt an der Weiterentwicklung des örtlichen Parks gearbeitet.

Eine Luftaufnahme des Merscher Parks aus dem Jahr 2011, nach der Fertigstellung der zweiten Vergrößerung

Eine Luftaufnahme des Merscher Parks aus dem Jahr 2011, nach der Fertigstellung der zweiten Vergrößerung Foto: Henri Krier/Gemeinde Mersch

Noch vor 1997 erstreckte sich das Gelände über lediglich drei Hektar – heute lädt der Park mit rund 13 Hektar Fläche zum Verweilen, Spazieren und Erholen ein. Die Vergrößerung erfolgte in zwei Etappen: Zwischen 1997 und 2000 wurde die Fläche zunächst um etwa sechs Hektar erweitert, von 2007 bis 2011 kamen weitere knapp vier Hektar hinzu.

Während der ersten Ausbauphase entstand ein kleiner See, der von der am Parkrand verlaufenden Mamer gespeist wird. Der Weiher fasst rund 25.000 Kubikmeter Wasser und erreicht eine Tiefe von bis zu 3,5 Metern. Drumherum entstanden mehrere Feuchtzonen, die als Flutmulden dienen: Bei Hochwasser leiten sie das überschüssige Wasser direkt in die Alzette. Die fünf ausgewiesenen Zonen haben sich mittlerweile zu einem Rückzugsort für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten entwickelt. 2011 führten noch Holzstege durch das Feuchtgebiet – viele davon wurden inzwischen durch Brücken ersetzt.

Enten laufen einem im Merscher Park immer wieder über den Weg

Enten laufen einem im Merscher Park immer wieder über den Weg Foto: Editpress/Hervé Montaigu

Aktivitäten für Groß und Klein

Doch der Park ist nicht nur ein kleines Naturparadies – er bietet auch vielfältige Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung: Über das Gelände verteilt befinden sich mehrere Spielplätze, die Kindern reichlich Platz zum Klettern, Toben und Entdecken bieten. Erst vor Kurzem wurden zwei neue Spielbereiche eröffnet – ein „Bauernhof mit Hofladen“ für die Jüngsten und ein Klettergerüst für etwas ältere Kinder.

Auf einer Kuh „reiten“? Das kann man im Merscher Park.

Auf einer Kuh „reiten“? Das kann man im Merscher Park. Foto: Gemeinde Mersch

Auch sportlich Aktive kommen auf ihre Kosten: Neben einer Bouldermöglichkeit stehen mehrere Outdoor-Fitnessgeräte zur Verfügung. Wer es ruhiger mag, findet auf der Pétanque-Bahn oder am Schachtisch Gelegenheit zur entspannten Aktivität. Zudem ist der Park direkt an mehrere Fahrradwege angebunden, unter anderem an die Strecke entlang der Bahngleise in Richtung Luxemburg-Stadt. 

Hoch hinaus geht es auf dem großen Klettergerüst

Hoch hinaus geht es auf dem großen Klettergerüst Foto: Editpress/Hervé Montaigu

Insbesondere am Wochenende ist der Merscher Park meistens gut besucht. Die größeren Grünflächen werden von lokalen Vereinen gerne für unterschiedliche Feste benutzt oder bieten viel Platz für ein Picknick. Im Herzen des Parks lädt ein kleines Café mit Terrasse zum Verweilen ein. Für Hundefreunde gibt es außerdem eine eingezäunte Fläche, wo sich die Vierbeiner abgeleint austoben können. 

Das Café im Herzen des Parks

Das Café im Herzen des Parks Foto: Editpress/Hervé Montaigu

Park soll weiterentwickelt werden

Wer heute durch den Park schlendert, bemerkt an einigen Stellen noch immer die Spuren des schweren Unwetters von 2024. Damals fegten Sturmböen über das Gelände, entwurzelten ganze Bäume und rissen zahlreiche Äste ab. Glücklicherweise wurde niemand verletzt – doch die Aufräumarbeiten zogen sich über Wochen hin. Besonders deutlich sichtbar sind die Folgen in dem an die rue de Gosseldange angrenzenden Bereich: Dort stehen bis heute kaum noch Bäume.

Ein Unwetter sorgte 2024 für größere Schäden im Park

Ein Unwetter sorgte 2024 für größere Schäden im Park Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

Dass in dem Bereich an der rue de Gosseldange bislang kaum neue Bäume gepflanzt wurden, liegt auch an den laufenden Renaturierungsarbeiten an der Mamer. Diese begannen nur wenige Monate nach dem schweren Unwetter im Jahr 2024. Die Gemeinde investierte rund 1,8 Millionen Euro in das Projekt, das neben dem Abschnitt nahe der rue de Gosseldange auch die Mündung der Mamer in die Alzette umfasst. Ziel ist es, den Flussraum nicht nur optisch aufzuwerten, sondern vor allem besser gegen Hochwasser zu schützen.

Die Renaturierungsarbeiten an der Mamer werden in den kommenden Wochen abgeschlossen

Die Renaturierungsarbeiten an der Mamer werden in den kommenden Wochen abgeschlossen Foto: Editpress/Jessica Oé

Die aktuellen Maßnahmen werden nicht die letzten im Merscher Park bleiben. Die Gemeinde plant, das grüne Herz Merschs weiter wachsen zu lassen – um zusätzliche 3,5 Hektar. Konkrete Pläne zur Nutzung der neuen Fläche gibt es bislang zwar nicht, doch verschiedene Ideen stehen bereits im Raum. So könnte unter anderem ein größerer Bereich für Musikfestivals vorgesehen werden.

Ein weiteres Highlight ist ebenfalls in Planung: ein rund elf Meter hoher Aussichtsturm. Es wäre nicht das erste Bauwerk dieser Art im Park – bereits während der zweiten Erweiterungsphase entstand ein hölzerner Turm, der allerdings den Witterungen nicht dauerhaft standhielt und wieder abgebaut werden musste. Die im Juni vom Gemeinderat angenommenen Pläne sehen nun eine nachhaltigere und langlebigere Konstruktion vor. Bürgermeister Michel Malherbe (DP) zeigt sich begeistert: „Wenn das gebaut ist, kann man von dort über das komplette Tal blicken!“

Dieser Holzturm steht heute nicht mehr im Merscher Park. Dafür soll aber ein Nachfolger entstehen. 

Dieser Holzturm steht heute nicht mehr im Merscher Park. Dafür soll aber ein Nachfolger entstehen.  Foto: Gemeinde Mersch

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