Rümelingen

Der Forstwirtschaftsplan und ein Zuschuss für „Spektrum“ werden genehmigt

In seiner Sitzung vom 28. Oktober standen im Gemeinderat unter anderem der Forstwirtschaftsplan 2027 sowie ein außerordentlicher Zuschuss für das Kulturzentrum „Spektrum“ auf der Tagesordnung.

Das Kulturzentrum „Spektrum“ wartet seit Monaten auf die Fördergelder der „Oeuvre Nationale“

Das Kulturzentrum „Spektrum“ wartet seit Monaten auf die Fördergelder der „Oeuvre Nationale“ Foto: Pierre Schreiner

Zum letzten Mal nach 32 Jahren stellte Förster Dan Sannipoli den Forstwirtschaftsplan für die Gemeindewälder vor. Da er bald in den Ruhestand tritt, würdigte der Gemeinderat die langjährige Zusammenarbeit.

Zur nachhaltigen Bewirtschaftung gehören Pflege- und Freischneidearbeiten entlang der Wege. Aufgrund der warmen Sommer und des langsameren Wachstums von Bäumen und Sträuchern sind diese Eingriffe seltener nötig als früher.

Für 2027 ist die Fällung von rund 450 Kubikmetern Holz vorgesehen. Gefällt werden vor allem jüngere Bestände aus den 1990er-Jahren, während ältere Bäume mit großen Kronen erhalten bleiben. Sie spenden Schatten und schützen den Waldboden vor Austrocknung. Das geschlagene Holz wird vollständig vor Ort verwertet. Es dient als Brennholz für Bürger und die Grundschule oder wird in der Gemeinde zum Beispiel für die Herstellung von Bänken und Geländern genutzt.

Trotz der günstigen Bedingungen auf den kalkhaltigen Böden der Minettregion warnte Sannipoli vor den Folgen des Klimawandels. In den kommenden Jahren sei vermehrt mit dem Absterben alter Bäume, insbesondere von Buchen, zu rechnen. Gleichzeitig ermögliche die natürliche Verjüngung aber die Bildung neuer Bestände.

Als wichtiges Infrastrukturprojekt wurde der geplante Waldfriedhof im Bereich „Gebrannte Bësch“ genannt, für den die letzten Genehmigungen erwartet werden.

Neben der Waldbewirtschaftung hob Sannipoli die Bedeutung der pädagogischen Arbeit hervor. Veranstaltungen wie der „Tag der Natur“ und Angebote für Schulklassen sollen Kindern die Natur näherbringen.

Für 2027 sind Ausgaben von 118.000 Euro vorgesehen. Einnahmen aus Subsidien und Holzverkäufen werden auf rund 12.500 Euro geschätzt. Der Gemeindeanteil von 105.500 Euro wurde einstimmig genehmigt.

Gemeinderat bewilligt Soforthilfe für „Spektrum“

Einstimmig bewilligte der Gemeinderat einen außerordentlichen Zuschuss von 50.000 Euro für das Kulturzentrum „Spektrum“. Zusammen mit dem im Budget vorgesehenen Konventionsbetrag von 180.000 Euro beläuft sich die Unterstützung damit auf insgesamt 230.000 Euro.

CSV-Rätin Karin Seywert hatte zuvor eine nähere Begründung verlangt, da in den vom Schöffenrat vorgelegten Unterlagen entsprechende Erklärungen fehlten.

Bürgermeister Henri Haine (LSAP) und Gemeinderätin Carole Marx (LSAP), zugleich Präsidentin der Trägergesellschaft „Spektrum – Site Albert Hames ASBL“, erklärten, der Zuschuss sei wegen ausstehender Fördergelder der „Oeuvre Nationale de Secours Grande-Duchesse Charlotte“ notwendig. Die ASBL habe mit rund 220.000 Euro Unterstützung gerechnet. Die „Oeuvre Nationale“ verlange inzwischen jedoch für jedes Projekt einen separaten Förderantrag.

Obwohl diese inzwischen eingereicht wurden, stehen Entscheidungen und Auszahlungen weiterhin aus. Nach Angaben von Marx würden zudem fortlaufend neue Unterlagen angefordert. Schriftliche Erläuterungen zu den geänderten Förderbedingungen lägen bislang nicht vor.

Der Sonderzuschuss der Gemeinde soll die notwendige Erneuerung von Material, die Fertigstellung des Albert-Hames-Rundwegs sowie geplante Veranstaltungen ermöglichen – für mehrere Projekte sei die ASBL Verpflichtungen gegenüber Künstlern eingegangen.

Das Vorgehen der „Oeuvre Nationale“ stieß im Gemeinderat auf deutliche Kritik. Die Mitglieder zeigten kein Verständnis dafür, dass eine bestehende Konvention nicht wie vereinbart umgesetzt werde. Neben der finanziellen Unterstützung sicherte der Gemeinderat „Spektrum“ seine volle Rückendeckung bei weiteren Interventionen zu.

Politische Rente nach vier Jahrzehnten

Mit dieser Gemeinderatssitzung endete für André Theisen (CSV) ein außergewöhnliches politisches Engagement: Nach 40 Jahren legt er sein Mandat nieder (das Tageblatt berichtete am 29. Oktober). Fraktionsübergreifend würdigten die Ratsmitglieder seine Verdienste und dankten ihm für die stets konstruktive Zusammenarbeit. Hervorgehoben wurden insbesondere sein fundiertes Wissen sowie sein respektvoller Umgang mit politischen Weggefährten.

In seinen Abschiedsworten rief Theisen die Mitglieder des Gemeinderats dazu auf, das Wohl der Bürgerinnen und Bürger stets in den Mittelpunkt ihrer Arbeit zu stellen. Zugleich mahnte er, sich nicht in parteipolitischem Gerangel zu verlieren, sondern gemeinsam nach den besten Lösungen für die Gemeinde zu suchen.

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