Ausstellung „Orchestre à soi“

Dem unsichtbaren Erbe historischer Komponistinnen auf der Spur

Was haben Hildegard von Bingen, Francesca Caccini und Alma Mahler gemeinsam? Sie alle waren in ihrer Epoche hochangesehene und erfolgreiche Komponistinnen – und gerieten dennoch zu Unrecht in Vergessenheit.

Von links: Tonkünstlerin Léa Chevrier, die mit immersiven Klanglandschaften den Rahmen der Ausstellung prägt, sowie Koproduzentin und Regisseurin Laureline Amanieux, die außergewöhnliche Lebenswege mutiger Frauen erzählerisch zum Leben erweckt

Von links: Tonkünstlerin Léa Chevrier, die mit immersiven Klanglandschaften den Rahmen der Ausstellung prägt, sowie Koproduzentin und Regisseurin Laureline Amanieux, die außergewöhnliche Lebenswege mutiger Frauen erzählerisch zum Leben erweckt Copyright: Rui Henriques/neimënster

Die Sound- und Dokumentationsinstallation „Orchestre à soi“ von Léa Chevrier und Laureline Amanieux in der Abtei Neumünster widmet sich genau diesem vergessenen Kulturerbe, dessen Spuren aus der offiziellen Geschichtsschreibung gestrichen wurden. Das Projekt beleuchtet die Mechanismen des kollektiven Vergessens und holt weibliches Schaffen vom Mittelalter bis ins 20. Jahrhundert in die Gegenwart.

Hinter diesem historischen Schweigen stehen tiefgreifende gesellschaftliche Strukturen. Über Jahrhunderte hinweg sorgten religiöse Verbote, restriktive Normen und Vorurteile gegenüber den intellektuellen Fähigkeiten des weiblichen Geschlechts dafür, dass schöpferische Köpfe systematisch aus der Kulturgeschichte verdrängt wurden. Die Ausstellung setzt an dieser Lücke an: Anstatt eines reinen Gedenkens bietet sie eine vielschichtige Annäherung an ein Repertoire, das unverdient im Schatten stand und nun in seiner gesamten Bandbreite neu erfahrbar wird.

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