Fête de l‘amitié
„Das Zusammenleben ist unsere Stärke“
Kulinarische Spezialitäten, Musik und Tanz sowie kultureller Austausch standen am Wochenende bei der „Fête de l‘amitié“ in Hesperingen im Mittelpunkt.
Loice und Fellicitha boten traditionelles kenianisches Kunsthandwerk zum Verkauf an Foto: Kim Winkel
Ein Teil des Hesper Parks wurde am Wochenende in ein Zeltmeer verwandelt. Zahlreiche Stände teilten die Kultur ihrer jeweiligen Herkunftsländer mithilfe von Speis und Trank sowie traditionellem Kunsthandwerk mit den Besuchern des Festes. Ergänzt wurde das Ganze mit einer eigens errichteten Bühne, auf der den ganzen Tag über Konzerte stattfanden.
Foto: Kim Winkel
An einem dieser Stände boten Loice und ihre Freundin Fellicitha traditionelles kenianisches Kunsthandwerk zum Verkauf an: kleine handgeschnitzte Holzfiguren, darunter bemalte Giraffen, trompetende Elefanten und kenianische Kriegerfiguren mit Speer und Schild. Mit den Einnahmen würde man lokale Projekte unterstützen, die Schulen mit Büchern und Schreibutensilien ausstatten.
Auf kulinarischem Plan stand neben Samosas und Chapatis, einem traditionellen kenianischen Fladenbrot, auch der „Safari Punch“ auf der Karte: ein Getränk aus Rum und tropischen Früchten wie Maracuja. „Es ist wie ein Friends Day heute. Freunde aus Kenia, Freunde von hier und die Gemeinde, sie alle finden zusammen“, erklärte Loice.
Giraffen, Elefanten und Krieger aus Holz Foto: Kim Winkel
Ihnen gegenüber arbeitete Samuel mit seinem Team an der Zubereitung venezolanischer Spezialitäten. Besonders gefragt waren Arepas, handgroße Maisfladen mit Fleischfüllung. Für Samuel, der aus Venezuela stammt, war es die erste Teilnahme an diesem Fest. „Tage wie diese sind mir wichtig, da ich Teil unserer multikulturellen Gesellschaft bin und ihr gerne etwas zurückgeben möchte.“ Sein Team vertritt die Organisation AMA (Asociación Manos Abiertas asbl), die sich für die Integration von Migranten in Luxemburg engagiert.
Kaffee-Pause in Äthiopien, bei Tihdt und Ayene Foto: Kim Winkel
Einige Meter weiter verkauften Ayene und Tihdt äthiopischen Bio-Kaffee und Tee unter dem Label „Queen of Sheba“. Nebenbei führten die beiden Frauen auch eine äthiopische Kaffeezeremonie vor. Dabei werden die grünen Kaffeebohnen in einer speziellen Pfanne geröstet und anschließend in einer sogenannten Jabana, einem traditionellen Tongefäß, aufgekocht. „Sozusagen die erste Kaffeemaschine“, erzählte Ayene amüsiert.
Kultur ist ein aktiver Prozess, sie muss gelebt werden
Während auf der Bühne durchgehend für musikalische Unterhaltung gesorgt wurde, fand nicht weit davon entfernt einer der Höhepunkte für die Besucher statt: die Vorführung von Mestre Pelezinho, Präsident und Gründer von Capoeira Team Luxembourg. Gemeinsam mit seinen Schülern brachte er die brasilianische Kampfkunst mit Gesang und Trommelrhythmus zum Leben. „Capoeira ist eine unglaublich menschliche Erfahrung“, erklärte er später.

Mestre Pelezinho und seine Schüler bei der Capoeira-Vorführung Foto: Kim Winkel
Seit über 20 Jahren arbeitet er in Luxemburg mit Menschen unterschiedlichster Nationalitäten und Hintergründe zusammen. Der aus einfachen Verhältnissen in Brasilien stammende Coach beschreibt Capoeira als seinen „Reisepass ins Glück“. Feste wie dieses hier zeigten, wie sehr sich die verschiedenen Kulturen gegenseitig bereichern können. „Das Zusammenleben ist unsere Stärke. Kultur entsteht dort, wo Menschen gemeinsam essen, Musik hören und zusammen tanzen können.“

Die „Fête de l’amitié“ fand im Hesper Park statt Foto: Kim Winkel