Grevenmacher verabschiedet Haushalt
CSV-„déi gréng“-Mehrheit lobt, DP-LSAP-Opposition vermisst Tempo
Mit sechs Ja-Stimmen der CSV-„déi gréng“-Mehrheit gegen fünf Nein-Stimmen der DP-LSAP-Opposition hat der Gemeinderat Grevenmacher jüngst das Budget für 2026 beschlossen. Es sieht einen Überschuss von 479.200 Euro vor und umfasst umfangreiche Investitionen in Stadtentwicklung, Bildung, Kultur und Infrastruktur.
Letztes Jahr konnte der neue Busbahnhof beim Kulturzentrum Machera eröffnet werden, nun stehen weitere Projekte an Foto: Editpress/Fabrizio Pizzolante
Die Eckwerte des Haushaltsplans 2026 in Grevenmacher betragen 4.885.841 Euro Überschuss im ordentlichen Haushalt und 6.382.260 Euro Defizit im außerordentlichen Haushalt. Berücksichtigt man den Übertrag aus 2025 in Höhe von 1.975.619 Euro, verbleibt für 2026 ein Überschuss von 479.200 Euro.
Bürgermeisterin Monique Hermes (CSV) betont, dass nach Abschluss des Projekts „Schweinsmoart“ – mit Kulturzentrum Machera, unterirdischem Parkplatz und Busgarage – nun weitere Maßnahmen folgen, um Wohnen, Arbeiten, Kultur und Freizeit in Grevenmacher harmonisch zu verbinden.
Zu den größten Projekten im Haushalt zählen das neue Stadtviertel PAP Pietert mit 2,1 Millionen Euro, die Arbeiten in der engen rue Syr mit 1,3 Millionen Euro, die Erneuerung eines Abschnitts der „Tréierer Strooss“ mit 800.000 Euro und der Gehweg rue Leitschbaach samt Parkplatz „op Flohr“ mit 422.000 Euro. Die Wasserversorgung sei den Gemeindeverantwortlichen sehr wichtig, daher stünden weitere 1.200.000 Euro für die Quellen am Geyeschhaff im Budget. Der mittelfristige Ausbau und Umbau des Schul- und „Maison relais“-Campus steht mit 400.000 Euro auf der Prioritätenliste. Zusätzliche 60.000 Euro werden in LED-Beleuchtung investiert.
„Voller Optimismus“
Investitionen erfolgen außerdem in Material für Grundschule, regionale Musikschule und für die „Maison relais“. Das Kulturzentrum Machera soll eine mobile Tribüne erhalten (150.000 Euro), die Tennisplätze werden erneuert (200.000 Euro) und „op Flohr“ entsteht ein neues Lagergebäude (200.000 Euro). Die Anschaffung neuer Fahrzeuge und einer neuen Kehrmaschine für die Gemeindedienste schlagen mit 310.000 Euro zu Buche.
Die Gemeinde treibt außerdem die Digitalisierung ihrer Dienste weiter voran. Grevenmacher gehört zu den Pilotgemeinden des SIGI-Projekts.
Fazit, so Bürgermeisterin Hermes: Das Budget 2026 sei strukturell solide, voller Optimismus, Mut und Verantwortung, zum Wohl der Stadt Grevenmacher und der Menschen, die dort leben und arbeiten würden.
DP-Opposition
Die drei DP-Oppositionsräte sehen nach dem Wechsel auf dem Bürgermeisterstuhl eine neue Dynamik im Gemeinderat. Im Laufe des Jahres habe man bei verschiedenen Projekten interveniert, um Verbesserungen zu erreichen, zum Beispiel bei der Neugestaltung des Marktplatzes oder im Centre Machera. Dem Parkplatz „op Flohr“ und der Umgestaltung eines Teils der „Tréierer Strooss“ habe man wegen mangelnder Planung bzw. fehlendem Gesamtkonzept nicht zugestimmt.
Blicke man auf die Prioritäten der Schöffenratserklärung, zeige sich laut DP: Von neun Zielen seien bislang nur zwei umgesetzt worden, und das seien die, die bereits in der vorherigen Legislaturperiode begonnen wurden. Drei Projekte befänden sich in Planung, bei vier herrsche Stillstand. Die Opposition betont, dass diese Prioritäten vorrangig behandelt werden müssten, da sie den Bürgerinnen und Bürgern versprochen wurden.
„Hohe Schuldenlast“
Zu den noch umzusetzenden Projekten zählen der Ausbau der Grundschule und der „Maison relais“, die Neugestaltung des Marktplatzes, die dritte Phase der Moselpromenade, ein neues Gemeindewerksatelier sowie sozialer Wohnungsbau.
Weitere offene Punkte sind die Gestaltung der Auf-/Abfahrt der A1 am „Potaschbierg“, Lösungen für den Verkehr am Kreisverkehr Kummert und der Bau einer Brücke über den Hafen direkt auf die A1.
Die Opposition wirft der Mehrheit vor, über die Verhältnisse zu wirtschaften, Zahlen schön darzustellen und erneut einen Kredit aufzunehmen. Bis Ende 2026 würden sich die Kredite auf fast 45 Millionen Euro belaufen. Die jährlichen Rückzahlungen von rund 3,5 Millionen Euro würden den ordentlichen Haushalt stark belasten.
