Kultur-News

Begeisterung im Ausland, der Countdown zum LCFF läuft und die Lokalpolitik ist gefordert

Was bewegte die Kulturszene diese Woche? DasTageblattpräsentiert eine Zusammenfassung.

Menschen diskutieren lebhaft auf einer Kulturveranstaltung über aktuelle Themen der Kulturszene

Was die Kulturszene bewegt Foto: Pexels

FILM „La Cache“ mehrfach für Schweizer Filmpreis 2026 nominiert

Die Luxemburger Koproduktionen bleiben auf Erfolgskurs: Der Film „La Cache“ (u.a. Red Lion) ist für den Schweizer Filmpreis 2026 nominiert. Das Tageblatt besprach die Produktion des Schweizer Regisseurs Lionel Baier in der Ausgabe vom 10. Februar. Die Komödie basiert auf Christophe Boltanskis autobiografischem Roman „La Cache“ und handelt von einer jüdischen Familie. Der Film ist in den Kategorien „Bester Spielfilm“, „Beste Filmmusik“ und „Beste Kamera“ nominiert.

500

Mitglieder der Schweizer Filmakademie empfehlen der Nominierungskommission Produktionen für den Schweizer Filmpreis

Die ausgewählten Produktionen wurden von rund 500 Mitgliedern der Schweizer Filmakademie gesichtet. Es waren 115 Filme in 13 Kategorien zugelassen. Die Ergebnisse der anonymen Abstimmung dienten der fünfköpfigen Nominierungskommission – bestehend aus Alexandra Prusa, Sonia Pfeuti, Jean Perret, Andreas Bühlmann und Gioacchino Balistreri – bei ihrer Wahl. Die Preisverleihung findet am 27. März im Kongresshaus Zürich statt.


KINO Was das Publikum beim 16. Luxembourg City Film Festival erwartet

Das Team des Luxembourg City Film Festival (LCFF) stellte am Donnerstag das Programm der 16. Ausgabe (5. bis 15. März) vor. Das Leitmotiv? Die Farbe Rosa. „[P]lusieurs œuvres, pourtant très différentes dans leurs formes, leurs territoires et leurs récits, évoquent le rose“, steht dazu in der Pressemitteilung. Für die Filmschaffenden sei die Farbe nie nur Dekoration, sondern immer auch Ausdruck von Verletzungen, Konflikten, Wünschen und Widerstand.

Souvent couleur de friction, espace de tension où se rencontrent la violence du réel et la fragilité des êtres, chez les cinéastes, le rose n’est jamais décoratif

Auszug aus der Pressemitteilung zur Präsentation des Luxembourg City Film Festival

Das Historiendrama „Rose“ von Markus Schleinzer, das auf der 76. Berlinale (12. bis 22. Februar) Premiere feiert, eröffnet das Festival. Der Film erzählt vom Schicksal einer Frau, die sich im 17. Jahrhundert als männlicher Soldat ausgab. Zum Abschluss wird hingegen „Rosebush Pruning“ von Karim Aïnouz vorgeführt: ein satirischer Thriller über eine reiche Familie, lose am Drama „I pugni in tasca“ (1965) von Marco Bellocchio inspiriert. Bei der Berlinale buhlt der Film um einen „Goldenen Bären“.

Beim LCFF treten derweil neun Filme im Hauptwettbewerb „Grand Prix“, dotiert mit 10.000 Euro, an – darunter die luxemburgische Koproduktion „How to Divorce During the War“ von Andrius Blaževičius (Red Lion). Der Preis wird am 14. März im Kinepolis Kirchberg verliehen.

Der Regisseur Rodrigo Sorogoyen präsidiert die internationale Wettbewerbsjury. Weitere Mitglieder sind die Schauspielerin Alma Pöysti, der Filmemacher Lisandro Alonso, die Regisseurin Rae Lyn Lee und der Musiker und Schauspieler Peter Doherty (Babyshambles/The Libertines). Das Team des LCFF offenbart bezüglich des Wettbewerbs aber auch: Die Repräsentation von Frauen sei in den eingereichten Produktionen stark rückläufig, doch „le LuxFilmFest frôle la parité sur l’ensemble de sa séléction“.

Darüber hinaus wird der Luxemburger Film besonders in Szene gesetzt. Ihm ist die Kategorie „Made in/with Luxembourg“ gewidmet. Der Schauspielerin Isabelle Huppert wird ebenfalls besondere Anerkennung zuteil – sie ist die Ehrengast des Festivals und erhält nach der Vorführung der Luxemburger Koproduktion „Die Blutgräfin“ (14. März), in der sie die Hauptrolle spielt, den Talent Award 2026. Das Festival hält zahlreiche weitere Höhepunkte bereit: immersive Pavillons, Konferenzen, Workshops, Networking-Events – und Partys. Das gesamte Programm und weitere Informationen gibt es unter luxfilmfest.lu.


TANZ Jill Crovisier bei den Olympischen Winterspielen in Mailand

Jill Crovisier hat es zu den Olympischen und zu den Paralympischen Winterspielen 2026 in Milano-Cortina geschafft – und zwar mit ihrem Stück „Mahalaga Landscapes“. Es ist Teil des kulturellen Begleitprogramms beider Sportevents. Wie es dazu kam: Die italienische Kompanie „Equilibro Dinamico“ erwarb die Aufführungsrechte und trägt es nun in Kooperation mit dem Mailänder Tanzfestival „MilanOltre“ vor. Weitere Vorstellungen in Italien – unter anderem in Padua, Florenz und Reggio Emilia – sind auch nach den Winterspielen geplant.

„Mahalaga Landscapes“ entstand zur Europäischen Kulturhauptstadt Esch2022. Es stellt die tänzerische Auseinandersetzung mit dem Süden Luxemburgs, dem Industrierbe und der Natur dar. Die Heimatstadt der Choreografin, Rümelingen, wird als eine der Inspirationsquellen genannt. Der Luxemburger Komponist Pol Belardi verfasste die Musik. „Entstanden ist ein zeitgenössisches Tanzritual, das die Menschen wieder mit der Natur und ihren archaischen, instinktiven Wurzeln verbinden will“, steht in der Pressemitteilung zu den Italien-Auftritten.


THEATER Appell an die Lokalpolitik

Die „Theater Federatioun“ und das „Réseau luxembourgeois des centres culturels régionaux“ trafen sich Ende Januar mit dem Syvicol, dem Luxemburger Gemeindesyndikat. Im aktuellen Newsletter legt die „Theater Federatioun“ die Gesprächsthemen offen: Zugang zu Kultur, Stärkung der Theaterinfrastruktur, Kommunikation und Nachhaltigkeit. Die Kulturverbände hätten zudem mehr Proberäume und Studios in Luxemburgs Gemeinden gefordert. Sie sollen auch an die Notwendigkeit, einen Ort für einen Theaterfundus zu finden, erinnert haben.

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