LuxFilmFest
„Bad Luck Banging or Loony Porn“ von Radu Jude und „Quo Vadis, Aida?“ von Jasmila Zbanic
Es ist verflixt: Gerade in dem Jahr, in dem eine luxemburgische Co-Produktion den Goldenen Bären in Berlin absahnt, fällt das Festival rein digital aus. Feiern möchte man am Ende dieses skurrilen, schrägen Films aber eh nicht: Radu Judes „Bad Luck Banging or Loony Porn“ wirft einen anthropologischen Blick auf eine zutiefst konservative, aggressive rumänische Gesellschaft im späten Kapitalismus. Noch desillusionierender ist „Quo Vadis, Aida?“: Im Laufe dieser fast unerträglichen historischen Fiktion wird der Genozid in Srebrenica aus der Sicht einer Übersetzerin geschildert.
Die luxemburgische Korpoduktion „Bad Luck Banging or Loony Porn“ hat den Goldenen Bären auf der (digitalen) Berlinale abgesahnt (C) Silviu Ghetie
Wer „Bad Luck Banging or Loony Porn“ zu Hause auf dem Rechner streamt, wird zumindest die ersten paar Minuten des Films in einem realistischeren Rezeptionsrahmen als im Kino erleben: Während der ersten paar Minuten wird der Zuschauer einem sehr expliziten Amateur-Porno ausgesetzt, ein Blowjob, Perücken, eine Peitsche und Hündchenstellung werden von den üblich abgedroschenen Phrasen wie „Ich bin deine Hure“ oder „Fester!“ begleitet, während Folklore-Musik die Stimmung für den bevorstehenden Spielfilm stellt.