Kultur-News
Aktionsplan „Zugang zu Kultur“ lanciert, Kultur im Knast, Rücktritt im CNA und Beziehungsdrama im TNL
Was beschäftigte die nationale Kulturszene diese Woche? Und welche Veranstaltungen klingen vielversprechend? Die Antworten gibt es im Kurzformat.
Symbolbild: Die Kulturnews auf einen Blick Quelle: Pexels
Aufruf für das Projekt „Capsules“
Die Kunstmesse Luxembourg Art Week (20. bis 22. November 2026, LAW) und die ASBL artcontemporain.lu sind auf der Suche nach Gegenwartskünstlern für die 3. Ausgabe des Ausstellungsprojekts „Capsules“: Die Stadt Luxemburg stellt seit 2024 Werbeflächen und leer stehende Ladenlokale für Kunst zur Verfügung, die das Publikum rund um die Uhr besichtigen kann. Das Konzept ergänzt die LAW ab Mitte Oktober. Die Bewerbung steht allen etablierten und aufstrebenden Kunstschaffenden offen, die mit der Szene vernetzt sind. Das Organisationsteam zahlt eine Gage von 950 Euro, kommt für Reise-, Hotel-, Transport- und Installationskosten auf. Die Bewerbungsfrist läuft noch bis zum 24. Mai, alle weiteren Infos gibt es unter luxembourgartweek.lu. (ispi)
Aktionsplan „Zugang zu Kultur“ vorgestellt
Luxemburg verfügt seit dieser Woche über den ersten Aktionsplan „Accès à la culture“: Kulturminister Eric Thill (DP) stellte das Dokument am Dienstag vor (siehe Foto). Bis 2030 sollen 99 Aktionen umgesetzt werden, die den Zugang zur Kultur demokratisieren. Die Maßnahmen basieren auf drei Studien („Les pratiques culturelles des jeunes“, „La vie culturelle au Luxembourg“, „L’accès à la culture des personnes en situation de handicap“), die zwischen 2023 und 2025 vom Kulturministerium in Auftrag gegeben wurden. Die Ergebnisse zeichnen ein klares Bild: Es bestehen Berührungsängste und Barrieren.
99
Aktionen schreibt der Plan für den „Zugang zu Kultur“ fest
Der Aktionsplan entstand im Austausch mit dem Sektor - unter anderem bei den „assises culturelles“ zum Thema, an denen sich vergangenes Jahr über 300 Menschen beteiligten. Der Plan umfasst sieben Prioritäten, die von der Bürgerbeteiligung über die inklusive Kommunikationsarbeit bis hin zum kulturellen Tourismus reichen. Was auffällt: Die Presse taucht darin nicht auf. Stattdessen setzt das Ministerium zur Kulturvermittlung auf seine eigene Website culture.lu, auf der unter der Leitung von Luxembourgticket GIE journalistische Inhalte publiziert werden.
Kulturminister Eric Thill (DP) bei der Vorstellung des Aktionplans „Accès à la culture“ Foto: MCult
Doch zurück zum Aktionsplan: Ein „groupe de pilotage“ des Kulturministeriums verfolgt seine Umsetzung, ergänzend dazu wird ein Beratungsgremium mit Vertretern der Zivilgesellschaft und betroffenen Organisationen gegründet. Ab 2028 veröffentlichen sie jährlich eine gemeinsame Bilanz. Der finale Abschlussbericht ist für 2031 geplant. Die verschiedenen Ergebnisse sollen in die Entwicklung des zweiten Kulturentwicklungsplans (KEP) einfließen - der erste KEP läuft 2028 aus. (ispi)
„Kultur am Prisong“
2025 fanden in Luxemburg fünf Kulturprojekte in den Bereichen Musik, Bühnenkunst und Literatur in Luxemburgs Gefängniseinrichtungen statt. 108 Personen nahmen teil. Das geht aus einer parlamentarischen Anfrage der Abgeordneten Djuna Bernard und Sam Tanson (beide „déi Gréng“) an das Kultur- sowie das Justizministerium hervor. 2022 lancierten die Ministerien den Appell „Kultur am Prisong“. Seitdem fanden in den Einrichtungen in Schrassig und Givenich insgesamt 14 Kulturinitiativen statt. War der Bewerbungszeitraum bisher begrenzt, ist das Einreichen von Projekten künftig das ganze Jahr über möglich. Dies entspreche den Bedürfnissen der Gefängnisstrukturen, so die Ministerien in ihrem Schreiben. 2026 können interessierte Kulturorganisationen ihre Kandidatur noch bis zum 15. November einreichen. Das Gesamtbudget der Ministerien beträgt 30.000 Euro, pro Projekt werden maximal 10.000 Euro vergeben. Weitere Infos: mcult.gouvernement.lu. (ispi)
Es ist definitiv nicht der Moment zu sagen, Schwamm drüber
Marc Baum
Abgeordneter von „déi Lénk“ zum Rücktritt des CNA-Direktors Gilles Zeimet und zum Verhalten des Kulturministers Eric Thill (DP) in der Causa „Family of Man“
„Scènes de la vie conjugale“
Au Théâtre National du Luxembourg, „Scènes de la vie conjugale“ est présentée dans une mise en scène de Christophe Perton, avec Romane Bohringer et Stanislas Nordey. Adaptée de l’œuvre d’Ingmar Bergman, cette fresque intime explore les failles d’un couple en apparence idéal. Avec „Scènes de la vie conjugale“, Bergman livre une œuvre d’une lucidité presque clinique sur l’intimité du couple. La mise en scène de Perton en révèle toute la portée contemporaine: loin d’un simple récit conjugal, la pièce agit comme un miroir tendu au spectateur. L’amour s’y mêle à l’usure, au mensonge et à une quête de soi parfois incompatible avec la vie à deux. Ce qui frappe d’emblée, c’est la puissance du jeu des comédiens. Romane Bohringer incarne Marianne avec une finesse bouleversante, laissant affleurer une vulnérabilité sans jamais céder au pathos. Son travail sur les silences est particulièrement remarquable: chaque pause devient un espace chargé de tension, où l’émotion affleure sans jamais être surlignée. Face à elle, Stanislas Nordey compose un Johan tranchant, parfois brutal, révélant les contradictions d’un homme en fuite face à lui-même. Il impressionne par la précision de son phrasé, presque chirurgical, et par sa capacité à faire surgir la violence dans les inflexions les plus anodines. Ensemble, ils installent une tension constante, faite de silences lourds et de ruptures soudaines. Leur complicité scénique, oscillant entre attraction et répulsion, donne à chaque affrontement une intensité presque physique. Mais la force du spectacle tient aussi à ses enjeux modernes: durabilité du couple, pression du bonheur affiché, émancipation féminine et crise de la masculinité. La mise en scène, sobre, capte l’essentiel: l’érosion du lien et sa possible transformation, jusqu’à une forme d’apaisement final. Une expérience théâtrale intense et nécessaire. Prochaine représentation: 25 avril, 19.30 h. Infos via tnl.lu. (fcol)
Architektur im Spiegel der Kritik
Das Buch „ Architecture deLUX “ umfasst kritische Beiträge zu 20 Projekten Luxemburger Architektur. Es kommt am 29.April bei einer Feier zu Ehren und dient als Grundlage für den ersten Preis der Architektur-Kritik. Herausgeber des Werkes sind DOM Publishers und OAI (Ordre des Architectes et des Ingénieurs-Conseils). Dieser Preis dient nicht nur der Anerkennung für einen Beitrag an grundlegender Auseinandersetzung mit Architektur, nein, er soll auch zur Förderung qualitativ hochwertiger Architektur in Luxemburg beitragen. 20 Projekte wurde unter die Lupe genommen. Die Leser des Buches haben den Preisträger ausgewählt. Die Preisüberreichung ist der Ministerin Elisabeth Margue vorbehalten, die Einführung in die Feierstunde übernimmt OAI-Direktor Pierre Hurt, die Laudatio hält Philipp Meuser von DOM Publishers. Nach Präsentation des vom Gewinner analysierten Projektes durch den Autor findet ein Rundtischgespräch zum Thema „Regard Extérieur sur l’Architecture Luxembourgeoise“ statt. Ob die mehrheitlich mit Teilnehmern aus der heimischen Szene besetzte Talk-Runde den Blick von „außen“ auch gewährt muss sich zeigen. Wer erhält den Pries? Welche Projekte wurden ausgewählt? Antworten auf diese Fragen gibt es am 29. April ab 15.00 Uhr in der Luxexpo The Box. (fw)