Ligne Bleue

Abseits vom Notfall: Polizei schafft neue Anlaufstelle

Die neue „Ligne bleue“ soll nicht dringende Anliegen bündeln und die Notrufzentralen entlasten. Gleichzeitig plant die Polizei eine Ausweitung ihres digitalen Angebots über das E-Kommissariat.

Tom Didlinger, Pascal Peters und Frank Stoltz präsentieren Neuerungen der Police grand-ducale bei Pressekonferenz

Tom Didlinger, Pascal Peters und Frank Stoltz (v.l.) stellten die Neuerungen bei der „Police grand-ducale“ vor Foto: Editpress/Julien Garroy

Die „Police grand-ducale“ bietet seit Anfang Juni die neue, zentrale Anlaufstelle „Ligne bleue“ an. „Es ist ein neuer Dienst der Polizei für den Bürger, um sämtliche, nicht dringende Anliegen zu behandeln und zu beantworten“, sagte der Leiter für Kommunikation, Frank Stoltz, am Donnerstagmorgen im Rahmen einer Pressekonferenz. Hinter dem Kontaktdienst „Ligne bleue“ steht ein Team von vier Mitarbeitern, die innerhalb der Woche von 8.30 bis 16 Uhr unter der Nummer 244 244 244 erreicht werden können.

Für Notrufe und im Zweifelsfall gelte weiterhin die Nummer 113. Dennoch soll die Notrufnummer mit der Einführung der „Ligne bleue“ entlastet werden, wie Stoltz zu verstehen gibt. „Wir erwarten uns davon, dass fünf bis zehn Prozent weniger Anrufe bei der Notrufnummer oder regionalen Notfallzentren eingehen“, erläuterte der Generaldirektor Pascal Peters. Damit könnten die Wartezeiten für Notfälle verringert werden. Allein im Jahr 2025 seien demnach 155.000 Anrufe beim Notruf 113 eingegangen.

Mit der „Ligne bleue“ wurde laut Stoltz außerdem ein neues Kontaktformular eingeführt, mit dem die Polizei online erreicht werden kann. Es sei geplant, den Dienst in Zukunft auszuweiten, falls er genügend in Anspruch genommen wird. „Eine weitere Möglichkeit wäre es, den Dienst als Callcenter zu konfigurieren, wenn große Ereignisse im Land stattfinden“, sagte Stoltz.

Die Telefonnummer 244 244 244 ist nicht gänzlich neu. Davor leitete sie zum Empfang der Generaldirektion der Polizei. Das bestätigte Stoltz auf Nachfrage des Tageblatt. „Das wollten wir voneinander trennen. Das Gebäude bekommt eine richtige Zentrale, wo man verbunden werden kann, während die ‚Ligne bleue‘ alle anderen Anrufe auffängt.“

Frank Stoltz, Direktor für Kommunikation, spricht vor weißem Hintergrund, professionelles Porträtfoto

Frank Stoltz ist Direktor für Kommunikation Foto: Editpress/Julien Garroy

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Weitere Neuerungen betreffen das E-Kommissariat, welches laut Generaldirektor Peters im Herbst erweitert wird. Der Onlinedienst wurde 2018 eingeführt und ermöglicht u.a. die Einreichung von Anzeigen oder die Meldung von gestohlenem Eigentum über die Online-Plattform MyGuichet.lu. „Die Philosophie war einerseits, dem Bürger die Flexibilität zu geben, 24/7 verschiedene Anzeigen und Deklarationen online bei der Polizei einzureichen. Andererseits ging es natürlich auch um die Reduzierung der administrativen Arbeit, da die Anliegen sonst im Kommissariat vor Ort entgegengenommen werden.“

Peters beschrieb das E-Kommissariat als Erfolg und nannte dazu Zahlen: „Letztes Jahr wurden 12.600 Angelegenheiten über das E-Kommissariat eingereicht.“ Im Vorjahr habe die Gesamtzahl der Meldungen noch bei 5.000 gelegen. „Das zeigt, dass es ein Dienst ist, der genutzt wird, der gut ankommt und mit dem die Bürger auch zufrieden sind“, sagte Peters.

Rund die Hälfte der online gemeldeten Fälle stand 2025 im Zusammenhang mit einfachem, gewaltlosem Diebstahl, der Peters zufolge den größten Teil in der landesweiten Kriminalitätsstatistik einnimmt. Während die Nutzung des E-Kommissariats derzeit noch auf den Diebstahl bestimmter Gegenstände begrenzt ist, sollen in Zukunft alle Gegenstände online gemeldet werden können. Zusätzlich soll das digitale Anzeigen von Ladendiebstahl und von Schäden in Verbindung mit Fahrerflucht ermöglicht werden.

Durch die Erweiterung des E-Kommissariats erwartet sich die „Police grand-ducale“ rund 40 Prozent mehr Online-Meldungen. „Es ist eine Möglichkeit, aber kein Zwang“, betonte Peters, „natürlich kann man weiterhin die Polizeiwache aufsuchen.“ Weitere Informationen zur Ausweitung des E‑Kommissariats sollen im Herbst folgen.

Ligne bleue

Telefonnummer für allgemeine Anliegen: +352 244 244 244

Kontaktformular: www.police.lu

Notfallnummer: 113

Polizei investiert in moderne Ausstattung

Tom Didlinger präsentiert neue klappbare und tragbare Arbeitsgeräte für flexibles Arbeiten unterwegs

Tom Didlinger stellte die neuen klapp- und tragbaren Arbeitsgeräte vor Foto: Editpress/Julien Garroy

Die Polizei investiert im Rahmen ihrer Modernisierungsstrategie verstärkt in neues Arbeitsmaterial. In mehreren Etappen sollen bis zum 30. September insgesamt 1.600 tragbare Computergeräte an die Beamten ausgehändigt werden. Mit einem Smart-Pen werden zudem digitale Unterschriften vor Ort am Bildschirm ermöglicht.

Die neuen Geräte sind mit einer mobilen 4G-Verbindung, einem VPN-Zugang sowie direktem Zugriff auf die polizeilichen Datenbanken ausgestattet. Dadurch können Polizeibeamte Berichte bereits am Einsatzort erstellen, Informationen abrufen und Verwaltungsaufgaben erledigen, ohne ins Büro zurückkehren zu müssen.

„In unserem Bestreben, die Arbeit der Polizisten effizienter und leichter zu gestalten und gleichzeitig den Dienst für die Bürger zu verbessern, ist die Anstrengung im Rahmen der Digitalisierung ein Eckpfeiler“, sagte der „Directeur central stratégie et performance“, Tom Didlinger.

Digitale Strafzettel

Im Rahmen des Projekts „Digitalisation AT“ arbeitet die luxemburgische Polizei außerdem an einer eigenen Smartphone-App, um den Prozess der „avertissements taxés“ zu digitalisieren. Derzeit werden Informationen noch handschriftlich festgehalten und erst später digital übertragen. „All dies wollen wir vereinfachen“, sagte Didlinger. Noch sei eine vollständige Digitalisierung nicht möglich, weil die Gesetzgebung es nicht gestatte, so Didlinger weiter.

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