Max-Ophüls-Festival 

„A Black Jesus“ wirft einen Blick auf die Flüchtlingspolitik der EU

Mit Touristen-Attraktionen vermag Siculiana nicht aufzuwarten. Es liegt weit entfernt von bekannten Ferienorten wie Taormina in Sizilien. Umso erstaunlicher, dass ausgerechnet dieses Nest zum Schauplatz ungelöster europäischer und gesellschaftlicher Fragen wird. Der Jesus, den dort alle so verehren, ist schwarz. Mit den Flüchtlingen aus Afrika, die im Camp am Rande des Ortes leben, wollen die Einheimischen lieber nichts zu tun haben.

Sonst hängt der schwarze Jesus in der Kirche von Siculiana. Einmal im Jahr wird er durch die Kleinstadt getragen. 

Sonst hängt der schwarze Jesus in der Kirche von Siculiana. Einmal im Jahr wird er durch die Kleinstadt getragen. 

Der schwarze Jesus in Siculianas Kirche heilt Leiden und erhört die Wünsche der Einheimischen. Sie sind recht irdisch, die Kleinstadt ist arm. Ein neues Handy heißt es aus dem Off von der Kirchenbank oder einfach nur endlich eine Freundin. Die Prozession zu seinen Ehren am 3. Mai ist der gesellschaftliche Höhepunkt in jedem Jahr. Alle bereiten sich darauf vor.

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