EU-Bericht zur Verkehrssicherheit

29 Tote auf Luxemburgs Straßen, lasche Regeln bei E-Scootern helfen nicht

Eigentlich wollten die EU-Länder die Zahl ihrer Verkehrstoten bis 2030 halbieren. Das Ziel liegt allerdings noch in weiter Ferne – und Luxemburg ist kein Musterschüler.

Unfälle wie dieser aus dem Jahr 2017 zwischen Kayl und Schifflingen werden seltener

Unfälle wie dieser aus dem Jahr 2017 zwischen Kayl und Schifflingen werden seltener Archivfoto: Editpress/Fabrizio Pizzolante

Immer noch sterben zu viele Menschen auf Europas Straßen. Der jüngste Bericht des ETSC (European Transport Safety Council) zeigt, dass der Plan, die Zahl der Verkehrstoten in der EU bis 2030 zu halbieren, ins Stocken geraten ist. Das teilt die Sécurité Routière in einem Pressekommuniqué am Mittwoch mit.

Schleppende Entwicklung

Auf europäischer Ebene ging es zuletzt kaum voran. 19.500 Menschen sind auf den Straßen der EU im Jahr 2025 gestorben, mehr als 100.000 Menschen wurden schwer verletzt. Damit das Ziel für 2030 überhaupt noch erreichbar bleibt, müsste die Zahl der Toten nun jedes Jahr um rund zehn Prozent sinken. Das ist etwa das Fünffache des aktuellen Tempos.

Dass es schneller gehen kann, zeigen einzelne Länder. Polen hat die Zahl der Verkehrstoten seit 2019 um 43 Prozent gesenkt, Dänemark um 32 Prozent, Belgien um 31 Prozent. Am sichersten sind weiterhin Norwegen und Schweden. Dort sterben 19 Menschen pro einer Million Einwohner im Straßenverkehr. Im EU-Schnitt sind es 43.

29

Verkehrstote zählte Luxemburg im Jahr 2025

Luxemburg liegt mit 42 Toten pro einer Million Einwohner ziemlich nahe am Durchschnitt. In absoluten Zahlen sind 2025 hierzulande 29 Verkehrsteilnehmer gestorben. Damit sind die Zahlen nach dem Rekordtief von 2024, wo nur 18 Menschen im Großherzogtum ihr Leben ließen, im vergangenen Jahr wieder deutlich gestiegen. Kein Vergleich allerdings zu den 1970er Jahren: Damals, vor Gurtpflicht, Airbags und Promillegrenzen, ließen im Schnitt 132 Menschen pro Jahr ihr Leben, bei rund halb so vielen Einwohnern, die das Land damals zählte.

Sorgenkind E-Scooter

Luxemburg habe bei Gesetzgebung, Infrastruktur, Information und Erziehung große Fortschritte gemacht, heißt es in dem Kommuniqué. Nachlassen dürfe man deswegen aber auf keinen Fall. Der nationale Plan „Sécurité routière 2024–2028“ von Verkehrsministerin Yuriko Backes (DP) habe ehrgeizige Ziele und eine Liste von Maßnahmen festgelegt. Allerdings hinke Luxemburg gerade in einem Bereich besonders hinterher: bei den E-Scootern.

Die Entwicklung der vergangenen Monate sei besorgniserregend, so die Sécurité Routière. Nötig seien kurzfristige Maßnahmen, zumal die luxemburgische Gesetzgebung lascher sei als in den meisten anderen europäischen Ländern. Das gelte für das Alter, die Geschwindigkeit und die Helmpflicht.

Ein Blick in den „Code de la route“ bestätigt das. Einen Helm schreibt das Gesetz für Elektro-Tretroller nicht vor, es empfiehlt ihn nur. Eine Haftpflichtversicherung oder ein Kennzeichen sind ebenfalls nicht nötig. Ab zehn Jahren darf man mit dem Roller auf Radwege und auf die Straße, ab 13 Jahren muss man es. Kinder unter zehn Jahren dürfen ihren Schulweg mit E-Roller auf dem Bürgersteig zurücklegen und müssen dort den Fußgängern den Vortritt lassen. Ein Mindestalter, wie es die Nachbarländer kennen, gibt es nicht. In Frankreich liegt es bei 14 Jahren. In Italien müssen unter 18-Jährige einen Helm tragen, in Österreich seit dem 1. Mai alle unter 16 Jahren. (hat)

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2 Kommentare
Christian 05.08.202614:52 Uhr

E schéine Versuch, vum reele Problem oofzelenken. Déi 29 Doudeger gi net op de Konto vun E-Scooteren. Wéini kréie mär reel Sanctioune géint Autofuerer, déi all Dag d'Liewe vun hire Matbierger a Gefor bréngen?

Nomi 05.08.202612:46 Uhr

Den Problem dass d'Akzidenter net eroof gin, leit un der Prozedur wei' d'Informatio'unen no engem Akzident, transparent an effizient, bis maximal 2 Deeg nom Akzident, kommunizei'ert ginn.

No engem Akzident kann keen Eppes vun der Misaventure lei'eren, an sein Behuelen unpassen !

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