China

Xis Militärparade im Beisein von Kim und Putin: Friedensbotschaften und Interkontinentalraketen

Mit einer riesigen Militärparade hat China am Mittwoch seine Stärke und zugleich seine engen Verbindungen zu Russland und Nordkorea demonstriert. Die Vorführung war vor allem ein Zeichen an den Westen – und US-Präsident Trump reagierte prompt.

„Wahl zwischen Frieden und Krieg“: Putin, Xi und Kim in Peking

„Wahl zwischen Frieden und Krieg“: Putin, Xi und Kim in Peking Foto: AFP/Alexander Kazakov

Das Defilee der Soldaten und neuesten Waffen der chinesischen Streitkräfte vollzog sich am Mittwoch in Peking vor den Augen von Staatschef Xi Jinping und seinen prominenten Gästen, darunter dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. Xi erklärte, die Welt habe heute erneut die „Wahl zwischen Frieden oder Krieg“, China sei jedoch „unaufhaltsam“.

Mit Putin an seiner rechten und Kim an seiner linken Seite schritt Xi in einer erstmals in dieser Weise öffentlich zelebrierten Demonstration chinesisch-russisch-nordkoreanischer Freundschaft über einen roten Teppich des Tiananmen-Platzes.

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Besondere Aufmerksamkeit erhielt die neue Interkontinentalrakete DF-5C mit einer Reichweite von mehr als 20.000 Kilometern, die mit atomaren Sprengköpfen bestückt werden kann. Auch Unterwasserdrohnen, Überschallraketen, Laserwaffen und Radarsysteme wurden präsentiert.
Begleitet wurde der nordkoreanische Machthaber von seiner Tochter Kim Ju Ae, die...
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Begleitet wurde der nordkoreanische Machthaber von seiner Tochter Kim Ju Ae, die von vielen Experten als wahrscheinliche Nachfolgerin des Staatschefs gehandelt wird, sowie seiner Schwester Kim Yo Jong (Foto)
Über dem ikonischen Porträt des Staatsgründers Mao Zedong auf dem Tiananmen-Plat...
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Über dem ikonischen Porträt des Staatsgründers Mao Zedong auf dem Tiananmen-Platz nahm Xi schließlich auf einer Tribüne mit seinen prominenten Gästen Platz
Xi ließ sich in einer offenen Limousine über die Parade rollen – Chinas Präsiden...
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Xi ließ sich in einer offenen Limousine über die Parade rollen – Chinas Präsident trug einen Anzug in dem Schnitt, wie Mao Zedong sie bevorzugte
Der berühmte Platz im Zentrum der chinesischen Hauptstadt, der 1989 Schauplatz d...
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Der berühmte Platz im Zentrum der chinesischen Hauptstadt, der 1989 Schauplatz der Niederschlagung von Studentenprotesten war, bot Sitzplätze für tausende Zuschauer der Militärparade. Riesige goldene Ziffern der Jahre 1945 und 2025 erinnerten an den 80. Jahrestag der Kapitulation Japans zum Ende des Zweiten Weltkriegs – was Peking zum Anlass für seine Machtdemonstration gewählt hatte.

Während der rund 90-minütigen Militärparade rühmte Xi aus einer offenen Limousine heraus die in Reih und Glied marschierenden Soldaten: „Genossen, ihr arbeitet hart“, rief der chinesische Staatschef wiederholt in die Mikrofone.

Richten Sie Wladimir Putin und Kim Jong Un meine herzlichsten Grüße aus, während Sie gegen die Vereinigten Staaten von Amerika konspirieren

US-Präsident Donald Trump

Besonders waren die Augen darauf gerichtet, wie sich Xi, Kim und Putin verhielten – die staatlichen Medien zeigten jedoch nur wenige Aufnahmen der drei Politiker. Ausländische Journalisten wurden auf Distanz gehalten und aufgefordert, sie nicht zu filmen oder zu fotografieren.

Verschwörung unter den Augen der Weltöffentlichkeit?

Die sorgfältig inszenierte Veranstaltung löste eine bissige Reaktion von US-Präsident Donald Trump aus, der Xi, Putin und Kim aus der Ferne beschuldigte, sich gegen die USA zu verschwören. An Xi gerichtet schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social: „Richten Sie Wladimir Putin und Kim Jong Un meine herzlichsten Grüße aus, während Sie gegen die Vereinigten Staaten von Amerika konspirieren.“ Kreml-Berater Juri Uschakow erklärte daraufhin, er gehe davon aus, dass Trump den drei Staaten „nicht ohne Ironie“ eine Verschwörung vorgeworfen habe.

Neben Putin und Kim besuchten auch weitere Staats- und Regierungschefs die Parade in Peking, unter ihnen der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko, der sich mit Sonnenbrille, Mütze und einem elektrischen Handventilator gegen Temperaturen von bis zu 30 Grad wappnete. Unter den zwei Dutzend hochrangigen Gästen waren jedoch keine führenden westlichen Politiker. Allerdings war der slowakische Premier und Putin-Freund Robert Fico als einziger EU-Politiker angereist.

Die Militärparade beendete eine Woche diplomatischer Selbstdarstellung des chinesischen Präsidenten mit seinen Verbündeten: Am Sonntag und Montag fand ein Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) statt, bei dem Putin und Xi ihre Nähe und strategische Partnerschaft demonstriert hatten.

China und Russland nutzen die Organisation unter anderem, um ein Gegengewicht zu Zusammenschlüssen westlicher Staaten wie der NATO zu etablieren. Nordkoreas Machthaber Kim war am Dienstag in Peking eingetroffen. Der Machthaber des international weitgehend isolierten Landes reist nur selten ins Ausland. Pjöngjang pflegt auch zu Moskau enge Beziehungen und unterstützt Russland in seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine mit tausenden Soldaten.

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