Standpunkt

Wozu ist die Brics-Gruppe gut?

Das Jahr 2025 könnte Ansätze einer Antwort auf die Frage liefern, ob die Brics-Gruppe („Brics“ steht für Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) dabei ist, sich zum neuen Machtzentrum der Weltpolitik zu entwickeln. Nun, da die Gruppe mehrere neue Mitglieder aufgenommen hat (Ägypten, Äthiopien, Iran und die Vereinigten Arabischen Emirate) und 45 Prozent der Weltbevölkerung repräsentiert, glauben manche, dass sie den (irreführend so benannten) „globalen Süden“ konsolidiere und eine ernste Herausforderung für die Macht der USAs und des Westens darstelle. Joseph S. Nye, Jr. erklärt, warum er gegenüber derartigen Behauptungen allerdings skeptisch bleibt.

Glückliches Familienfoto? Wer’s glaubt … Teilnehmer am Brics+-Gipfel 2024 in Kasan, Russland.

Glückliches Familienfoto? Wer’s glaubt … Teilnehmer am Brics+-Gipfel 2024 in Kasan, Russland. Foto: AFP/Pool/Maxim Shipenkov

Als Jim O’Neill (damals Chefvolkswirt bei Goldman Sachs) im Jahr 2001 das Akronym „BRIC“ prägte, wollte er damit lediglich jene vier Schwellenländer bezeichnen, die das weltweite Wirtschaftswachstum bis 2050 am ehesten dominieren würden. Doch erhielt dieses Etikett schon bald eine politische Bedeutung. Auf der Generalversammlung der Vereinten Nationen 2006 wurde daraus eine informelle diplomatische Gruppierung, und mit dem ersten BRIC-Gipfel 2009 dann eine offizielle Organisation. Der Schwerpunkt jenes in Russland stattfindenden Gipfels lag – wie heute auch – auf der Förderung einer multipolaren Weltordnung. Ende des folgenden Jahres erhielt die Gruppe mit dem Beitritt Südafrikas ihr „S“.

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