EU-Außenminister

Kallas fordert: Kein „roter Teppich“ für russische Künstler – und nebenan singt Anna Netrebko in der Philharmonie

Die Nähe der Philharmonie zum Tagungsort der EU-Außenminister auf Kirchberg sowie der Terminkalender beider Institutionen brachten es am Montag mit sich, dass internationale Politik und Kultur auf engstem Raum miteinander kollidierten.

EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas fordert verstärkten internationalen Druck auf Russland gegen Aggressionen

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas fordert, den internationalen Druck auf Russland weiter zu erhöhen Foto: Alexandros Michailidis/European Union

Wie bei jedem Treffen seit nunmehr über vier Jahren befassten sich die EU-Außenminister bei ihrer Ratstagung mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine. Wobei an diesem Montag vor allem die nächtlichen russischen Luftangriffe auf Kiew für scharfe Kritik der 27 an die Adresse Moskaus sorgten. Nicht allein wegen der vielen zivilen Opfer, die durch diese Attacken zu beklagen waren. Wie die ukrainische Regierung verurteilten ebenfalls die EU-Außenminister vor allem den Beschuss des berühmten Höhlenklosters in Kiew, bei dem die Mariä-Entschlafens-Kathedrale in Brand geriet, die als Weltkulturerbe klassiert ist.

Die Angriffe würden die Absurdität des russischen Anspruchs, die Christenheit zu verteidigen, aufzeigen, kommentierte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas im Anschluss an die Ratstagung und forderte, den internationalen Druck auf Russland aufrechtzuerhalten. Dazu gehöre auch, russischen Künstlern und Sportlern, die den Krieg unterstützen, nicht „den roten Teppich auszurollen“, forderte die Estin. „Kultur und Sport sollen kein Instrument sein, um die Aggression weißzuwaschen“, sagte die EU-Außenbeauftragte. Die wurde daraufhin von einer Journalistin darauf aufmerksam gemacht, dass nebenan in der Philharmonie am Abend ein Konzert der russischen Opernsängerin Anna Netrebko stattfinden werde, und gefragt, was sie davon halte.

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