Außenministertreffen
Wie sich die NATO um die Ukraine-Fragen windet
Beim 75-Jahre-Gipfel will die NATO sich Anfang Juli in Washington als einiges und entschlossenes Bündnis präsentieren. Doch bei der Vorbereitung durch ihre Außenminister in Prag zeichnete sich in der Allianz weiter Uneinigkeit zu den wichtigsten Ukraine-Dossiers ab.
Gesprächsrunde mit NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg (M.) und den Außenministern der Allianz in Prag Foto: Peter David Josek/Pool/AFP
Am Ende des zweitägigen informellen Treffens der NATO-Außenminister in Prag war das große Problem vom Anfang keines mehr: Das von NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg markierte Krisenthema mangelnder Verteidigungsmöglichkeiten der Ukraine gegen grenznahe Angriffe von russischem Boden aus hatte sich über Nacht erledigt. Sowohl Washington als auch Berlin verfügten, dass die Restriktionen an der Front bei Charkiw aufgehoben seien: Die ukrainischen Streitkräfte dürften Systeme wie Panzerhaubitzen oder Raketenwerfer aus westlichen Hilfslieferungen nun auch auf Ziele in Russland richten. Für Stoltenberg war das die zwingende Folge eines veränderten Krieges, wenn Frontverlauf und Grenzverlauf gleich geworden seien. Doch die Liste der Probleme für die NATO vor ihrem Jubiläumsgipfel in Washington ist damit nicht kleiner geworden.