Nach Partei-Klausur
Wie die SPD wieder Lust auf Sozialdemokratie machen will
2027 soll das neue Grundsatzprogramm der SPD stehen. Endlich. Denn das „aktuelle“ Programm ist 20 Jahre alt. Am Wochenende gaben die Parteichefs eine Richtung vor – und wollen sich mit neuen Antworten auf den einstigen Markenkern besinnen.
Modernisierung des Sozialstaats als „Kernaufgabe“: SPD-Ko-Chefin Bärbel Bas am Rande der Klausur ihrer Partei Foto: AFP
Mit einem Bekenntnis zur Bewahrung und Stärkung des Sozialstaats will die SPD ihr politisches Profil schärfen. In einer zweitägigen Klausur in der Berliner Parteizentrale leitete der SPD-Vorstand am Wochenende die Arbeit an einem neuen Grundsatzprogramm ein – und verabschiedete Positionspapiere zur Gesundheits-, Wirtschafts-, Steuer- und Außenpolitik. Unter anderem fordert die SPD einen Paradigmenwechsel zur Finanzierung des Gesundheitssystems, um den Kreis der Einzahler zu erhöhen.
Dem Vorschlag der SPD zufolge sollen Beiträge zur Krankenversicherung nicht nur auf den Lohn, sondern auch auf andere Einkommen wie etwa Kapitaleinkünfte oder Mieteinnahmen erhoben werden. Zudem soll es nach dem Willen der SPD künftig weniger Beamte geben: Neue Verbeamtungen wollen die Sozialdemokraten auf hoheitliche Aufgaben beschränken. Als weiteren Baustein zur Finanzierung des Sozialstaats fordert die SPD eine Ausweitung der Rentenversicherungspflicht auf Beamte, Selbstständige und Mandatsträger. „Ein solidarisches Alterssicherungssystem muss langfristig alle Erwerbstätigen einbeziehen. Wer arbeitet, zahlt ein“, heißt es in dem Vorstandsbeschluss.