Flammenmeer westlich von Madrid
Wie der größte Waldbrand Spaniens Tausende Menschen aus dem Leben riss
Es beginnt mit Asche. Zuerst sind es nur ein paar graue Flocken, die lautlos auf Autos und Hausdächern niedergehen. Dann wird der Rauch dichter. Die Sonne verschwindet hinter einem braungrauen Schleier. Schließlich schrillt auf den Handys der Alarm des Katastrophenschutzes. „Dies ist ein realer Notfall“, heißt es in der Warnmeldung. Dann folgt die Aufforderung zur Evakuierung.
Ein Löschflugzeug ist in San Martin de Valdeiglesias, rund 70 Kilometer westlich von Madrid, im Einsatz Foto: Cesar Manso/AFP
So beschreiben Bewohner der kleinen Orte El Tiemblo und Villa del Prado westlich von Madrid die Stunden, in denen das Feuer über ihre Heimat hereinbrach. Was als kleiner Waldbrand begann, entwickelte sich zum größten Feuer der spanischen Geschichte.
Innerhalb kurzer Zeit verwandelte sich eine Landschaft aus Kiefernwäldern und kleinen Dörfern in ein riesiges Flammenmeer. Annähernd 80.000 Hektar Land gingen allein im Hinterland der Hauptstadt Madrid und in der benachbarten Provinz Ávila in Flammen auf. Erst waren es zwei brennende Gebiete, später verschmolzen sie zu einem gigantischen Großfeuer. Eine riesige Feuerlandschaft, die zeitweise einen Umfang von mehr als 200 Kilometern hatte.