Russland
Ukraine greift Ölanlagen an – Moskau meldet fünf Tote
Bei einem ukrainischen Angriff mit Hunderten Drohnen auf Rostow am Don im Südwesten Russlands sind russischen Behörden zufolge in der Nacht zum Montag fünf Menschen getötet und weitere verletzt worden.
Der neue britische Premierminister Andy Burnham (l.) empfing am Montag den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj auf dem britischen Marinestützpunkt Portsmouth Foto: Aaron Chown/Pool/AFP
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, die ukrainischen Streitkräfte hätten ein Exportterminal in der Region Rostow angegriffen. Zudem habe die ukrainische Armee Ölanlagen in den Regionen Jaroslawl und Udmurtien tief im Landesinneren attackiert. Selenskyj erklärte auf der Onlineplattform Facebook: „In der vergangenen Nacht waren unsere Langstrecken-Sanktionen in der Region Rostow wirksam. Ein etwa 250 Kilometer von der Frontlinie entfernter Exportterminal wurde getroffen.“
Zudem habe es ukrainische Angriffe auf „Ölanlagen in der Region Jaroslawl und in der Republik Udmurtien gegeben, die 1.300 Kilometer von der ukrainischen Staatsgrenze entfernt liegt“, teilte der ukrainische Präsident mit. Die Angriffe auf die Energieinfrastruktur zielten darauf ab, Russland die Finanzierung des Konflikts künftig unmöglich zu machen, erklärte er.
Die Gouverneure der Regionen Rostow, Jaroslawl und Udmurtien meldeten nächtliche Drohnenangriffe, machten jedoch keine Angaben zu Schäden an der Energieinfrastruktur.
Behörden in der Grenzregion Belgorod teilten unterdessen mit, dass bei einem „massiven“ nächtlichen Drohnenangriff aus der Ukraine zwölf Menschen verletzt worden seien, darunter zwei Kinder. Ein Wohngebäude sei in Flammen aufgegangen. Das russische Verteidigungsministerium erklärte, die Luftverteidigung habe in der Nacht 276 Drohnen abgefangen.
Schiffe im Kaspischen Meer angegriffen
Am Wochenende hatte Selenskyj ukrainische Luftangriffe auf Schiffe im Kaspischen Meer bekannt gegeben. Die Angriffe hätten sich insbesondere gegen Schiffe gerichtet, „die für den Transport militärischer Fracht mit Beteiligung des Iran genutzt wurden, sowie auf ein Kriegsschiff“.
Der ukrainische Geheimdienst SBU berichtete im Onlinedienst Telegram von Drohnenangriffen auf mit internationalen Sanktionen belegte Frachtschiffe, „die zum Transport militärischer Fracht zwischen dem Iran und Russland“ genutzt worden seien. Das Kaspische Meer ist ein Binnengewässer, das unter anderem an den Iran und Russland grenzt.
Teheran drohte Kiew mit Vergeltung für den Angriff auf einen iranischen Frachter im Kaspischen Meer. Dem Iran wird vorgeworfen, Russland in seinem Angriffskrieg gegen die Ukraine mit der Lieferung von Drohnen, Raketen und anderem Material zu unterstützen.