Rüstung
USA bestätigen Stationierung von Waffen im Weltraum
Erstmals haben die USA die Stationierung von Waffen im Weltraum bestätigt – die Rivalen China und Russland reagierten umgehend mit Forderungen nach einer Entmilitarisierung.
US-Präsident Donald Trump steht im Jahr 2020 bei der Vorstellung der Flagge der US Space Force im Oval Office neben Roger Towberman (2.v.r.), Kommandant der US Space Force (US-Teilstreitkraft für das Weltall), und General John Raymond, erster Chef der Space Force für Raumfahrtoperationen Foto: Alex Brandon/AP/dpa
Am Montag (Ortszeit) erklärte die US Space Force, die USA verfügten über Waffen zur Weltraumkontrolle im Orbit, ohne dabei Einzelheiten zu benennen. Die Waffen seien in der Lage, „den gemeinsamen Kampfverband gegen feindliche Aktionen zu verteidigen“, hieß es lediglich. China rief die USA auf, die Vorbereitungen „für einen Krieg im Weltraum“ zu stoppen, Russland forderte eine „komplette Entmilitarisierung“ des Weltraums.
Die Raumfahrtabteilung der US-Streitkräfte erklärte weiter, die Weltraumkontrolle umfasse die Einsatzbereiche, „die erforderlich sind, um den Weltraum zu kontrollieren und zu verteidigen“. Die bestehenden Fähigkeiten könnten „sowohl für offensive als auch für defensive Zwecke eingesetzt werden“.
In seiner ersten Amtszeit hatte US-Präsident Donald Trump 2019 die United States Space Force als eigene Truppengattung ins Leben gerufen. Sowohl Russland als auch China – die beiden geopolitischen Hauptrivalen – konkurrieren auch im Weltraum mit den USA.
Wir fordern die USA auf, ihre militärische Aufrüstung und die Vorbereitungen für einen Krieg im Weltraum zu beenden
Guo Jiakun
Sprecher des chinesischen Außenministeriums
China entwickele und betreibe „Weltraum- und Weltraumabwehrfähigkeiten als Teil einer Strategie zur Modernisierung des Militärs“, hieß es in der Erklärung der US Space Force. Russland wiederum betrachte „den Weltraum als Kriegsschauplatz“. Moskau gehe davon aus, „dass die Vorherrschaft im Weltraum ein entscheidender Faktor in künftigen Konflikten sein wird“.
Das Außenministerium in Peking warnte am Dienstag vor einer „Militarisierung des Weltraums“, die ihn zu einem „Schlachtfeld“ machen würde, und vor einem Wettrüsten dort. „Wir fordern die USA auf, ihre militärische Aufrüstung und die Vorbereitungen für einen Krieg im Weltraum zu beenden“, sagte Ministeriumssprecher Guo Jiakun auf einer Pressekonferenz.
Hacken und Stören von Satelliten
Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte vor Journalisten, Russland sei der Überzeugung, dass „der Weltraum frei von allen Waffen“ sein sollte. „Wir setzen auf ein umfassendes internationales Zusammenwirken, um weiter auf die komplette Entmilitarisierung des Weltraums hinzuarbeiten“, fügte er hinzu.
Früher galt die größte Sorge der Stationierung von Atomwaffen im Weltraum. 1967 wurde allerdings der Weltraumvertrag unterzeichnet, dem die USA und Russland angehören und der eine solche Stationierung im Weltraum verbietet. Zu den Unterzeichnern gehört auch China. Dem Vertrag zufolge soll die Erforschung des Alls „friedlich“ erfolgen. Auf Satelliten oder Raumschiffen stationierte konventionelle Waffen sind damit jedoch nicht erfasst.
Zudem gewinnen etwa das Hacken und Stören von Satelliten zunehmend an Bedeutung. Sowohl Russland als auch die USA, China und Indien loten ihre Möglichkeiten aus, wie sie außerhalb des Vertrags agieren können, unter anderem durch Angriffe auf die für die militärische Kommunikation, Überwachung und Navigation wichtigen Satelliten der Rivalen. (AFP)
US-Munitionsknappheit wegen des Iran-Krieges
Erstmals seit dem Beginn des Iran-Krieges hat eine Behörde des US-Verteidigungsministeriums näher über die Folgen des Konfliktes für die US-Armee informiert und dabei auch einen Munitionsmangel eingeräumt. In dem am Montag (Ortszeit) veröffentlichten Pflichtbericht an den US-Kongress verwies die Generalinspektion des Pentagon darauf, dass Munition infolge des kostspieligen Waffengangs knapp geworden sei.
Um mit Engpässen umzugehen, arbeite das Pentagon daran, „Beschaffungsprozesse und Produktionsvorläufe zu straffen sowie kritische Materialien, Komponenten und ausgewählte Munition zu bevorraten“, hieß es weiter in dem Bericht. Der Ausbau der Produktionskapazitäten erfordere jedoch „erhebliche Vorlaufzeiten“.
US-Präsident Donald Trump hatte wiederholt Bedenken hinsichtlich einer Munitionsknappheit in dem seit sechs Monaten andauernden Krieg zur Seite gewischt und unlängst von „praktisch unbegrenzten“ Munitionsvorräten der US-Armee gesprochen. Erst am Montag schrieb er in seinem Online-Netzwerk Truth Social, die USA produzierten „mehr exquisite“ Waffen als jemals zuvor in der Geschichte.
Der Sender CNN hatte berichtet, ein Mangel an Langstrecken-Lenkflugkörpern und Luftabwehr-Abfangraketen habe Trumps Strategie im Konflikt mit dem Iran geschwächt, fast 80 Prozent des Bestandes der THAAD-Abfangraketen seien aufgebraucht. (AFP)