Trier
Teures Klo, nutzlose Gutscheine? Mutter verärgert über Coupons in Trier-Galerie
Ein Einkaufsbummel in der Trier-Galerie endete für eine Mutter mit Ärger: Neue WC‑Gebühren und Probleme mit den Wertgutscheinen sorgen für Frust – und werfen Fragen auf. Der Trierische Volksfreund hat nachgehakt.
Die Benutzung der frisch sanierten Toilettenanlage in der Trier-Galerie ist seit einigen Wochen kostenpflichtig. Nicht bei allen Kundinnen und Kunden trifft das auf Verständnis. Foto: Trierischer Volksfreund/Claire Herrmann
Eigentlich wollte Christina Heinz aus Riol nur mit ihren drei Kindern in der Trier-Galerie einkaufen gehen. Doch der Besuch kostete sie vor allem eins: Nerven. Nicht nur, weil der Gang zur Toilette inzwischen zu zahlen ist – sondern, weil das „Gutschein-Versprechen“ aus ihrer Sicht ins Leere lief.
Trier-Galerie: Kundin verärgert über Wert-Coupons von Toilettenanlage
Seit etwa zwei Monaten ist die Toilettennutzung in der Trier-Galerie kostenpflichtig. Center‑Manager Thomas Eggert hatte im Herbst 2025 gegenüber unserer Redaktion erklärt, das Einkaufszentrum investiere rund 600.000 Euro in die Sanierung der Toilettenanlagen (Anmerkung der Redaktion: Eine befindet sich im Obergeschoss, die andere im Erdgeschoss. Letztere wird aktuell noch saniert).
Den Betrieb übernehme eine externe Firma aus den Niederlanden, welche die Sauberkeit der Anlagen gewährleiste. Deshalb werde eine Gebühr fällig. Als Ausgleich erhalten Nutzerinnen und Nutzer einen Wertgutschein, der nach damaliger Aussage bei Imbissen und der Bäckerei im Food‑Court eingelöst werden kann.
Für den Toilettengang werden pro Person 1,20 Euro fällig. Erst nach Zahlung lässt sich das Drehkreuz passieren, durch das es zum stillen Örtchen geht. Eine Gebühr, die sich besonders bei Familien schnell summiert. „Das ist ein sehr teures Shoppingvergnügen, wenn ich für vier Personen Toilettengebühren in Höhe von 4,80 Euro zahlen muss“, berichtet Christina Heinz vom Trierischen Volksfreund. Grundsätzlich sei sie bereit, für saubere Toiletten zu zahlen – nicht aber, wenn das Einlösen der Gutscheine nicht funktioniere, so die dreifache Mutter.

Auf dem Wertcoupon, den man nach Zahlung der Nutzungsgebühr der Toilettenanlage erhält, steht zwar, dass sie bei einem Einkauf im Shop und/oder bei einem der ausgewählten Partner einlösbar sind. Eine Übersicht, welche Partner dies konkret sind, fehlt jedoch. Foto: Trierischer Volksfreund/Claire Herrmann
„Ich habe kein Geschäft in der Galerie gefunden, bei dem ich meine Toiletten-Gutscheine anrechnen lassen konnte.“ Die 45-Jährige habe es zunächst bei einer Buchhandlung versucht – ohne Erfolg. Daraufhin habe sie es bei einem der Lokale im Food-Court versucht, bei dem ihre Kinder essen wollten. Doch auch dort habe man die Annahme verweigert – mit der Begründung, dass die Gebühren zu hoch und für die Gastronomen nicht zu stemmen seien.
In den Augen von Christina Heinz nachvollziehbar, ihr Ärger richtet sich gegen das Bezahlsystem: Wenn die Einlösung beworben werde, müsse sie auch funktionieren. „Sonst gehe ich lieber außerhalb der Trier-Galerie shoppen. Dann gehe ich in eine Bäckerei, kann dort die Toilette nutzen und kaufe mir dort etwas zu essen.“
Trier City: So ist die Situation vor Ort
Der Trierische Volksfreund hat sich die Situation vor Ort angesehen. Im Eingangsbereich wird auf einem Schild explizit sowohl auf den Toiletteneintritt als auch auf den Voucher hingewiesen. „Vergessen Sie Ihren Rabatt nicht“, steht dort geschrieben. Auf dem Wertcoupon selbst heißt es auf Deutsch und Englisch sinngemäß: Der Gutschein könne „für einen Rabatt auf einen Einkauf im Shop und/oder bei einem der ausgewählten Partner der Trier-Galerie“ eingelöst werden.
Was auffällt: Welche Partner und Shops das konkret sind, steht nirgends. Eine eindeutige Auflistung ist nicht vorzufinden. Für Besucher gibt es damit keine klare Orientierung, wo sie die Vouchers einlösen können.
Stichprobenartige Nachfragen der Volksfreund-Redaktion im Food-Court zeigen ein uneinheitliches Bild: Dabei gaben zwei Lokale an, die Wertcoupons grundsätzlich anzunehmen – eines davon jedoch nur ab einem bestimmten Einkaufswert. Zwei weitere Lokale lehnten die Einlösung auf Nachfrage ab. Für Kundinnen und Kunden bedeutet das: Wer den Coupon nutzen will, muss im Zweifel erst herumfragen – oder geht leer aus.
Was der Center-Manager zu dem Problem sagt

So sieht die frisch sanierte Toilettenanlage in der Trier-Galerie im 1. Stock von außen aus Foto: Trierischer Volksfreund/Claire Herrmann
Als der Trierische Volksfreund Thomas Eggert, den Center-Manager der Trier-Galerie, telefonisch erreicht, wirkt der nicht überrascht. Für die Kritik habe er Verständnis. „Es läuft alles andere als optimal.“ Die Informationen auf den Coupons seien unzureichend, die Einlösemöglichkeiten begrenzt. Er habe das Problem bereits bei dem niederländischen Unternehmen adressiert, das die Toilettenanlage angemietet habe und autark betreibe.
„Wenn Beschwerden bei mir ankommen, werde ich aktiv“, so Eggert zur Volksfreund-Redaktion. Man arbeite daran, die Einlösemöglichkeiten zu erweitern. Die Mieter könne er nicht verpflichten, sich zu beteiligen. „Die Lokale machen freiwillig mit. Das ist ein Goodie von ihnen.“ Es sei aber auch ein Anreiz, neue Kundinnen und Kunden zu gewinnen. Er werde die Mieter diesbezüglich erneut kontaktieren. „Da sind wir beziehungsweise die niederländische Firma in der Bringschuld.“
In den letzten Wochen habe es nicht nur wegen der Einlösemöglichkeiten Beschwerden gegeben, sondern auch mit Blick auf die Sauberkeit der Toiletten. „Ich bin nicht zufrieden mit dem Servicelevel“, so Eggert. Auch dieses Problem sei beim Betreiber adressiert worden.
Die Trier-Galerie und der Toilettenanlagen-Betreiber haben angekündigt, nachzubessern. Ob die Gutscheine künftig transparenter und verlässlicher eingelöst werden können, dürfte sich in den kommenden Wochen zeigen.