Nach Zugkatastrophen
Spaniens Verkehrsminister zieht die Notbremse und tritt zurück
Endstation für Spaniens Verkehrsminister Óscar Puente. Eine Woche nach dem verheerenden Zugunglück von Urda mit 69 Toten hat der sozialdemokratische Politiker überraschend seinen Rücktritt angekündigt.
Der spanische Verkehrsminister Óscar Puente zwei Tage nach dem letzten Zugunglück während einer Pressekonferenz Foto: Thomas Coex/AFP
Der 57-Jährige zieht damit die Konsequenzen aus zwei schweren Bahnkatastrophen innerhalb von nur neun Monaten. Bereits im Januar waren bei einem Zugunglück nahe Adamuz in Andalusien 46 Menschen ums Leben gekommen.
„Ein Minister kann nach zwei Unfällen dieser Schwere innerhalb eines Jahres nicht im Amt bleiben“, sagte Puente. Es gehe um „politische Würde, Konsequenz und Mitgefühl“. Seine Entscheidung sei notwendig und richtig. „Die eigentliche Tragödie ist die der Opfer und ihrer Angehörigen, deren geliebte Menschen nicht zurückkehren werden.“ Bei der Zugkollision am 28. Oktober waren auch 15 Ausländer gestorben. Als mutmaßliche Ursache gelten eine verhängnisvolle Fehlentscheidung in der Zugleitstelle und ein veraltetes Sicherheitssystem.