Linke Pleite bei den Wahlen in Bolivien

Setzt sich der Rechtstrend in Lateinamerika fort? 

Nach fast 20 Jahren an der Macht ist die bolivianische Linke bereits nach dem ersten Wahlgang am 17. August aus dem Rennen um das Amt des Staatsoberhauptes ausgeschieden. Bei der Stichwahl im Oktober treten zwei Kandidaten der Rechten gegeneinander an. Setzt sich damit der zu befürchtende Rechtstrend in Lateinamerika fort? 

Ein Mann betrachtet in La Paz die Titelseiten von Zeitungen am Tag nach den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen 

Ein Mann betrachtet in La Paz die Titelseiten von Zeitungen am Tag nach den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen  Foto: Juan Karita/AP/dpa

Die Worte klangen versöhnlich: „Wir müssen die Herzen öffnen, um eine Einheit zu bilden“, sagte Rodrigo Paz Pereira, der Überraschungssieger des ersten Wahlgangs bei der bolivianischen Präsidentschaftswahl. Aus seiner politischen Herkunft machte der Christdemokrat und Sohn des früheren Präsidenten Jaime Paz Zamora (1989-1993), welcher in den 70er Jahren ursprünglich aus der linkskatholischen, marxistischen Bewegung der Revolutionären Linken (MIR) stammte, keinen Hehl: „Wenn Gott uns bittet, uns um Bolivien zu kümmern, dann müssen wir verdammt nochmal auf ihn hören.“

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