Gipfel Russland-USA-China

Selenskyj warnt vor „Neuaufteilung der Einflusssphären“

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat mit Blick auf einen geplanten Dreiergipfel der Präsidenten Chinas, Russlands und der USA zum Ukraine-Krieg vor einer „Neuaufteilung der Einflusssphären“ gewarnt.

Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj kritisiert ein mögliches Gipfeltreffen zwischen den USA, China und Russland

Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj kritisiert ein mögliches Gipfeltreffen zwischen den USA, China und Russland Foto: Remko de Waal/ANP/AFP

Bisher sei „noch nicht klar definiert“, worüber US-Präsident Donald Trump, Kremlchef Wladimir Putin und der chinesische Staatschef Xi Jinping bei einem solchen Treffen sprechen könnten, sagte Selenskyj laut am Mittwoch veröffentlichten Äußerungen.

„Wir wollen wirklich nicht, dass es zu einem ‚Jalta 2, 3, 4‘ wird, mit einer Neuaufteilung der Einflusssphären“, betonte Selenskyj. Auf der Konferenz von Jalta hatten im Februar 1945 die Staats- und Regierungschefs der USA, Großbritanniens und der Sowjetunion über die Zukunft Deutschlands und Europas nach dem Ende der NS-Herrschaft entschieden. Dabei entstanden zwei Blöcke, wobei der Osten unter den Einfluss Moskaus kam. Die betroffenen Staaten waren an den Entscheidungen der Alliierten nicht direkt beteiligt.

Putin hatte den Dreiergipfel vorgeschlagen und erklärt, er solle Mitte November am Rande des APEC-Gipfels in China stattfinden. Trump zeigte sich offen für das Treffen. Aus der Ukraine kam scharfe Kritik, da Selenskyj nicht eingeladen ist.

Putin sucht „diplomatischen Vorteil“

Russland bemüht sich seit Jahren um ein Abkommen mit Washington über die Sicherheitsarchitektur Europas – insbesondere mit Blick auf die NATO-Erweiterung im Osten Europas, die es scharf kritisiert. Seine Invasion in der Ukraine stellt Moskau als Reaktion auf eine Bedrohung seitens der NATO dar. Kiew und der Westen weisen die Anschuldigung zurück.

„Russland will dieses Treffen mehr als jeder andere“, sagte Selenskyj und warnte davor, Moskau einen „weiteren großen diplomatischen Vorteil“ zu verschaffen.

Im November sollen auch russische und ukrainische Vertreter in Abu Dhabi mit US-Gesandten zusammenkommen, um über eine Beendigung des seit mittlerweile mehr als vier Jahren andauernden Krieges zu sprechen. Ein Datum für das Treffen steht noch nicht fest; Selenskyj möchte, dass es vor dem geplanten Dreiergipfel in China stattfindet. (AFP)

1 Kommentare
Luxmann 28.10.202620:45 Uhr

Einflusssphaeren werden dauernd neu aufgeteilt...je nach verschiebung der politischen und wirtschaftlichen verhaeltnisse und machtstrukturen in der welt.
Man muss schon mehr als weltfremd sein um zu glauben,dass eine bestehende aufteilung fuer ewig oder sogar langfristig ist

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