Israel-Palästina

Reaktion aus der jüdischen Gemeinschaft in Luxemburg: „Kein Problem wird dadurch gelöst“

Eine offizielle Stellungnahme von der jüdischen Gemeinde Luxemburgs war nicht zu erhalten, aber einzelne Positionen.

Protest Anfang September gegen die Entscheidung, den Handel mit israelischen Staatsanleihen in der gesamten EU zuzulassen

Protest Anfang September gegen die Entscheidung, den Handel mit israelischen Staatsanleihen in der gesamten EU zuzulassen Foto: Editpress/Julien Garroy

Die Kommunität sei sehr divers, sagt einer ihrer Angehörigen, der namentlich nicht genannt werden möchte, und fügt hinzu: „Wir werden sowohl von links als auch von rechts attackiert.“ Er selbst sei seit rund 60 Jahren für die Zweistaatenlösung. Die Möglichkeit habe bereits nach der Gründung des Staates Israels im Jahr 1948 bestanden. „Schon damals haben die Palästinenser die Gelegenheit verpasst. Auch nach dem Sechstagekrieg“, sagt der Interviewte.

Er erinnert an die drei Neins von Khartum. Beim Gipfel der Arabischen Liga am 1. September 1967 in der sudanesischen Hauptstadt beschlossen die unterzeichnenden Staaten in einer Resolution unter anderem den fortgesetzten Kampf gegen Israel. In den berühmt gewordenen drei Neins hieß es: kein Frieden mit Israel, keine Anerkennung Israels, keine Verhandlungen mit Israel. „Die Palästinenser sind die Speziallisten der verpassten Gelegenheit“, so der Befragte.

Eine Anerkennung löst keines der Probleme. Keine der Fragen werden dadurch gelöst. Auch trägt es nicht zum Frieden bei.

Angehöriger der jüdischen Gemeinde Luxemburgs

Dieser meint zu einer möglichen Anerkennung Palästinas durch Luxemburg: „Das ist letztendlich die Entscheidung der Regierung. Doch eine Anerkennung löst keines der Probleme. Keine der Fragen werden dadurch gelöst. Auch trägt es nicht zum Frieden bei.“ Mit der symbolischen Anerkennung Palästinas gebe man eine Trumpfkarte aus der Hand, ohne dafür eine Gegenleistung zu bekommen. Im Gegenteil stelle sich die Frage: „Ist die Anerkennung das Entscheidende?“ Er erinnert an die Resolution 194 der UN-Generalversammlung von 1948 und an den Passus über das Recht der Palästinenser, in ihre Häuser zurückzukehren. Das Rückkehrrecht wird in Israel als Bedrohung gesehen.

Über die gegenwärtige Stimmung in Luxemburg sagt er: „Wenn jemand mit einer israelischen Fahne gesehen wird, flippen manche Leute schon aus.“ Im Gegenzug konnte Muhamed Ćeman, die Nummer zwei der Shoura, der Generalversammlung der muslimischen Gemeinschaft hierzulande, Anfang September bei RTL das Existenzrecht Israels bestreiten, indem er dessen Gründung als Besetzung bezeichnete. Ćeman befürwortete gar das Ende, also die Zerstörung des israelischen Staates und die Vertreibung seiner jüdischen Einwohner.

Das „Comité pour une paix juste au Proche-Orient“ war bis Redaktionsschluss nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

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