Bulgarien

Protestparteien im Aufwind: Parlamentswahl von Korruptionsaffären überschattet

Zum zweiten Mal in drei Monaten müssen die Bulgaren am Sonntag ein neues Parlament wählen. Klare Mehrheiten sind zwar erneut nicht zu erwarten. Doch die Protestparteien wittern Morgenluft: Die Enthüllung neuer Korruptionsskandale dürfte die Gerb-Partei von Ex-Premier Bojko Borissow Stimmen kosten.

Gerb-Chef Bojko Borissow (M.) wird von den bulgarischen Wählern längst nicht mehr als der Saubermann angesehen, als den er sich anpreist

Gerb-Chef Bojko Borissow (M.) wird von den bulgarischen Wählern längst nicht mehr als der Saubermann angesehen, als den er sich anpreist Foto: Nikolay Doychinov/AFP

Zumindest in der Fremde kann sich Bulgariens angeschlagener Ex-Premier noch der diplomatischen Streicheleinheiten früherer Weggefährten sicher sein. Sein „guter Freund“ Bojko Borissow habe eine „sehr gute Migrationspolitik“ geführt, pries der türkische Regent Recep Tayyip Erdogan am Wochenende in Ankara höflich seinen Gast aus Sofia. Mit noch mehr honigsüßen Worten wartete auf einer Videokonferenz Ende Juni Manfred Weber, der Chef der konservativen EVP-Fraktion im Europaparlament, für den gebeutelten Wahlkämpfer der rechtspopulistischen Gerb-Partei auf: „Bojko, die EVP unterstützt dich: Du kannst dich auf uns verlassen!“

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