Spanien

Ein neuer Korruptionsverdacht erschüttert das Land

Es ist eines der schwersten politischen Beben, das Spanien in den letzten Jahrzehnten erlebt hat: Erstmals steht ein früherer Regierungschef des Landes als formeller Beschuldigter im Fokus der Justiz.

Porträt von José Luis Rodríguez Zapatero, ehemaliger spanischer Regierungschef, im Kontext einer Justizuntersuchung.

Die spanische Justiz hat gegen den ehemaligen Regierungschf José Luis Rodríguez Zapatero eine Untersuchung eingeleitet Foto: Ulises Ruiz/AFP

José Luis Rodríguez Zapatero, einst sozialdemokratischer Premier und bis heute moralische Referenzfigur vieler Linker, soll nach Darstellung eines Ermittlungsrichters an der Spitze eines Netzwerks gestanden haben, das politische Kontakte in Geld verwandelt haben soll. Der Vorwurf ist schwerwiegend: illegale Einflussnahme, Geldwäsche, Urkundenfälschung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation. Im Zentrum steht die staatliche Rettung der spanischen Fluggesellschaft Plus Ultra, die während der Corona-Pandemie 53 Millionen Euro aus einem öffentlichen Hilfsfonds erhielt. Zapatero bestreitet jede Unregelmäßigkeit.

Der frühere Regierungschef wurde nun von einem Ermittlungsrichter des Nationalen Gerichtshofs formell zur Vernehmung vorgeladen. Am 2. Juni soll er dort aussagen. Gleichzeitig ließ der Richter Zapateros Büro in Madrid sowie Geschäftsräume mehrerer Firmen durchsuchen, darunter auch eine Gesellschaft seiner beiden Töchter.

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