Großbritannien

Premier Keir Starmer übersteht seine Epstein-Krise

Übers Wochenende sah es so aus, als würde die eigene Partei den britischen Premierminister stürzen – und zwar als Reaktion auf die Epstein-Files, in denen Keir Starmer kein einziges Mal vorkommt. Mit einer eindrucksvollen Rede vor der Labour-Fraktion und der geschlossenen Unterstützung seines Kabinetts scheint der Regierungschef das Ruder herumgeworfen zu haben. Wie sieht seine Zukunft aus?

Keir Starmer vor 10 Downing Street, britischer Oppositionsführer bleibt im politischen Zentrum Londons

Keir Starmer bleibt vorerst in 10 Downing Street Foto: Henry Nicholls/AFP

Woraus bestand Starmers Epstein-Krise, wie fand er aus ihr heraus? Im jüngsten Datenpaket des US-Justizministeriums zum Fall von Jeffrey Epstein kam erneut prominent Peter Mandelson vor. Den altgedienten Labour-Politiker hatte Starmer vor Jahresfrist unter dem Beifall von Opposition und Medien zum britischen Botschafter in Washington gemacht. Die jetzt herrschende Empörung, nicht zuletzt bei den Labour-Frauen, basiert darauf, dass der 72-Jährige dem mittlerweile verstorbenen Epstein weit über dessen Verurteilung als Sexualverbrecher hinaus die Stange hielt und der Premierminister dies ignorierte. Zusätzlich belastet wird der damalige Wirtschaftsminister, weil er mitten in der Finanzkrise 2008 seinem Freund Epstein hochbrisante, Markt-relevante Informationen aus dem Herzen der britischen Regierung zugespielt hatte. Deshalb ermittelt nun die Kripo, vergangene Woche wurden Mandelsons Häuser durchsucht.

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