Spanische Exklave

Polizeikreise: „Tausende“ Migranten haben Grenze zwischen Marokko und Ceuta gestürmt

Tausende Migranten haben offenbar die Grenze zwischen Marokko und Spanien gestürmt. Laut Behörden hat es 18 Tote gegeben.

Menschen vor dem marokkanisch-spanischen Grenzübergang bei Ceuta am Freitagabend

Menschen vor dem marokkanisch-spanischen Grenzübergang bei Ceuta am Freitagabend Foto: AFP

„Tausende“ Migranten haben nach Angaben aus Polizeikreisen in der Nacht zum Freitag die Grenze zwischen Marokko und der spanischen Exklave Ceuta in Nordafrika gestürmt. Es sei nicht möglich, die genaue Anzahl zu ermitteln, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus Polizeikreisen. Insgesamt 18 Migranten seien beim Versuch, Ceuta zu erreichen, ums Leben gekommen.

Das deutsche Nachrichtenmagazin Spiegel berichtet am Freitag, dass Behörden von „mehr als 40.000 Menschen“ sprechen.

„Die ganze Nacht über gab es einen stetigen Zustrom von Menschen“, hieß es aus Polizeikreisen. Obwohl die Zahl der Ankommenden geringer gewesen sei als tagsüber, seien Migranten „auch über Nacht weiter angekommen“. Auch am Freitagmorgen kämen weiter Migranten in der spanischen Exklave an.

Migranten überwinden auch die Grenze bei Melilla

Auch in der zweiten spanischen Nordafrika-Exklave Melilla haben Hunderte Migranten die Grenze überwunden, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Etwa 400 Menschen seien über zwei Grenzübergänge von Marokko aus auf dem Landweg und über einen Damm im Süden der Stadt in das Gebiet gelangt, sagte der Präsident der autonomen Stadt, Juan José Imbroda, dem Radiosender Cope am Donnerstagabend. Die Sicherheitskräfte hätten die Lage unter Kontrolle gehalten.

Bereits zuvor waren binnen weniger Tage mehr als 1.500 Migranten in Ceuta eingetroffen, die Polizei und die Guardia Civil schienen kaum einzuschreiten. Spanien entsandte angesichts der Lage Truppen in die Exklave. Regierungschef Pedro Sánchez wollte am Freitag gemeinsam mit Innenminister Fernando Gramnde-Marlaska den Grenzübergang Tarajal besuchen, wie die Regierung mitteilte.

Es handelt sich um die größte Zahl der nach Ceuta gekommenen Migranten seit 2021. Damals stürmten mehr als 10.000 Menschen die Grenze zu der Exklave.

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