Polen
PiS-Regierung kompensiert Umfragetief vor Wahlen mit radikalem Lockdown-Ende
Auf einen sehr strengen Lockdown folgt in Polen eine abrupte Abkehr von Hygieneregeln. Ab Samstag besteht nicht einmal mehr in Fitnesszentren Maskenpflicht. Die PiS-Regierung, verstärkt unter Druck geraten, zeigt erneut, dass ihr der eigene Machterhalt wichtiger ist als die Gesundheit der Polen.
Jugendliche trainieren draußen in Warschau – ab Samstag müssen nicht einmal mehr in Fitnesszentren Masken getragen werden Foto: AFP/Wojtek Radwanski
Schon am Samstag fällt der Maskenzwang, auch in Fitnessstudios. Am Sonntag dürfen wieder so viele Polen an den Heiligen Messen teilnehmen, wie in die Kirchen passen. Und eine Woche später sind auch wieder Kinos und Theater geöffnet. Mit diesen radikalen Lockerungen hat Jaroslaw Kaczynskis konservativer, pessimistischer und bisher vorsichtiger Gesundheitsminister seine Landsleute Mitte der Woche überrascht. Bisher nämlich hatte Lukasz Szumowski immer erklärt, Lockerungen könne es erst geben, wenn die Zahl der Corona-Infizierten massiv abnehme. Doch dies tut sie in Polen nicht, sie verharrt vielmehr auf einem täglich schwankenden mittleren Niveau, und dies selbst wenn man den Corona-Hotspot Schlesien mit seinen Grippetod bringenden staatlichen Kohlebergwerken abzieht.