Vor Iran-US-Verhandlungen
Pakistan lobt „Zurückhaltung“ der Kriegsparteien
Vor den geplanten Verhandlungen über einen dauerhaften Frieden im Iran hat sich der Vermittlerstaat Pakistan weitgehend zufrieden über die jüngste Entwicklung geäußert.
Die Pakistanis sind für die heute in Islamabad beginnenden Gespräche zwischen dem Iran und den USA vorbereitet Foto: Aamir Qureshi/AFP
Seit Inkrafttreten der Feuerpause in der Nacht zum Mittwoch hätten „alle Seiten Zurückhaltung“ an den Tag gelegt, erklärten der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif und Generalstabschef Asim Munir am Donnerstag. Beide seien „zufrieden“ mit der „bislang erreichten Deeskalation“.
In einem Gespräch mit dem libanesischen Regierungschef Nawaf Salam verurteilte Sharif allerdings laut seinem Büro die „anhaltende Aggression“ Israels gegen den Libanon.
Pakistan hatte bei der Bekanntgabe der Feuerpause zwischen dem Iran und der USA erklärt, diese gelte auch für den Libanon. Israel – das im Libanon militärisch gegen die vom Iran finanzierte Hisbollah-Miliz vorgeht – bestreitet dies und greift weiterhin massiv Ziele im Libanon an.
Der stellvertretende iranische Außenminister Sajed Chatibsadeh äußerte scharfe Kritik an den israelischen Attacken. Sein Land habe „kurz davor gestanden, zu reagieren“, sagte Chatibsadeh dem Fernsehsender ITV laut der Nachrichtenagentur Tasnim. Nur die Intervention Pakistans habe dies verhindert.
Unklar blieb unterdessen, wann genau die angekündigten Gespräche zwischen Unterhändlern des Iran und der USA in Islamabad beginnen sollten. Das Weiße Haus hatte zwischenzeitlich erklärt, Vizepräsident JD Vance werde die Gespräche „an diesem Wochenende“ leiten.
Am Donnerstag hatte der iranische Botschafter in Pakistan, Reza Amiri Moghadam, im Onlinedienst X zunächst die Ankunft einer iranischen Delegation bereits für Donnerstagabend angekündigt. Später löschte er die Nachricht und erklärte, diese sei überhastet abgesendet worden.
Drohungen erneuert
US-Präsident Donald Trump hingegen hat sich vor geplanten Gesprächen mit dem Iran „sehr optimistisch“ über ein Abkommen geäußert. Die iranischen Anführer seien in Gesprächen „viel vernünftiger“ als sie gegenüber der Presse aufträten, sagte Trump am Donnerstag dem US-Sender NBC. „Sie stimmen all den Dingen zu, denen sie zustimmen müssen“, sagte der US-Präsident. „Denken Sie daran, sie sind erobert worden. Sie haben kein Militär.“
Der Präsident erneuerte zugleich seine Drohung gegen den Iran: „Wenn sie kein Abkommen schließen, wird es sehr schmerzhaft werden“, sagte er NBC. Trump äußerte sich nicht dazu, ob die Verhandlungen wie vereinbart am Freitag beginnen. Wegen der Streitigkeiten über die fortgesetzten israelischen Angriffe auf die pro-iranische Hisbollah-Miliz im Libanon und die Öffnung der Straße von Hormus schien dies zuletzt nicht klar. Irans Präsident Massud Peseschkian bezeichnete Verhandlungen mit den USA angesichts des israelischen Vorgehens als „sinnlos“.