Sarajevos Menschenjäger
Neue Justizermittlungen in Italien lassen eine alte Gräuelgeschichte des Bosnienkriegs neu aufleben
Handfeste Beweise gibt es nicht. Aber dennoch geistert seit über 30 Jahren die Geschichte von Jägern aus dem Westen, die im Bosnienkrieg gegen Geld auf Menschen ballerten, immer wieder durch die Medien. Justizermittlungen lassen die Geschichte neu aufleben, aber die Zweifel an deren Wahrheitsgehalt bleiben.
Manche Straßen in Sarajevo mussten die Menschen im Laufschritt überqueren, wenn sie nicht Opfer der serbischen Scharfschützen werden wollten, die von den umliegenden Bergen aus die Zivilbevölkerung ins Visier nahmen Foto: Pierre Verdy/AFP
Seinem Würdenträgerzorn lässt Serbiens autoritär gestrickter Präsident Aleksandar Vucic freien Lauf. Er werde die „teuersten Anwälte auf der Welt“ anheuern, um Medien wie den Guardian oder Daily Mail wegen der verbreiteten „Unwahrheiten“ über seine angebliche Teilnahme an den sogenannten „Sarajevo Safaris“ während des Bosnienkriegs (1992-1995) zu verklagen: „Dies wird sie Millionen kosten.“