Ukraine-Krieg

Nach „Drohung“ gegen Ausländer in Kiew: EU bestellt russischen Gesandten ein

Russland fordert Ausländer auf, die ukrainische Haupstadt Kiew zu verlassen. Die EU bestellt daraufhin den russischen Gesandten ein und spricht von „Eskalation“.

Brennendes Gebäude in Kiew, Ukraine nach russischem Raketenangriff am 24.05.2026, Zerstörung und Kriegsschäden sichtbar

24.05.2026, Ukraine, Kiew: Ein Gebäude brennt nach einem russischen Raketenangriff Foto: Efrem Lukatsky/AP/dpa

Nach der russischen Aufforderung an Ausländer und Diplomaten zum Verlassen der ukrainischen Hauptstadt Kiew hat die EU den Geschäftsträger der russischen Botschaft in Brüssel einbestellt. Diese russische „Drohung“ sei eine „inakzeptable Eskalation“, erklärte EU-Kommissionssprecherin Anitta Hipper am Dienstag im Onlinedienst X. Die diplomatischen Mitarbeiter der EU in der Ukraine würden in Kiew bleiben, fügte sie hinzu. Russland hatte weitere Angriffe auf Kiew angekündigt und Ausländer daher zum Verlassen der Stadt aufgerufen.

Brüssel fordere Russland auf, den Beschuss von Zivilisten zu beenden und einer „vollständigen und bedingungslosen Waffenruhe“ zuzustimmen, schrieb Hipper. Russland solle „echte Friedensgespräche“ aufnehmen.

Russland hatte über das Pfingstwochenende zahlreiche Drohnen und Raketen auf die Ukraine und insbesondere auf Kiew abgefeuert. Moskau setzte dabei auch die Hyperschallrakete Oreschnik ein, die nach Angaben aus Moskau mit Atomsprengköpfen bestückt werden kann. Die Ukraine meldete am Montag vier Todesopfer. Bei nächtlichen russischen Angriffen auf Kiew wurden am Wochenende auch das ARD-Studio sowie das Büro der Deutschen Welle (DW) massiv beschädigt und teilweise zerstört.

Russland hatte Ausländer und Diplomaten in Kiew am Montag aufgefordert, die ukrainische Hauptstadt angesichts bevorstehender neuerlicher Angriffe zu verlassen. „Die Angriffe werden sowohl auf Entscheidungszentren als auch auf Kommandoposten zielen“, teilte das Außenministerium in Moskau mit. „Wir warnen ausländische Bürger, einschließlich des Personals diplomatischer Missionen und internationaler Organisationen“, erklärte das Ministerium. Sie sollten Kiew „so bald wie möglich“ verlassen.

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