Polen
Mit Panzersperren Aggressoren aus Kaliningrad und Belarus abschrecken
Premierminister Donald Tusk hat an der Grenze zur russischen Exklave Kaliningrad eine erste Etappe des sogenannten Ost-Schilds der polnischen Armee eingeweiht. Es handelt sich dabei um rund 700 Kilometer Betonsperren und weitere Installationen, die allfällige Angreifer an der polnisch-russischen und polnisch-belorussischen Grenze abschrecken oder zumindest bei ihrem Vormarsch verlangsamen sollen.
Zwei polnische Soldaten stehen neben einem gepanzerten Fahrzeug an der polnisch-russischen Grenze nahe der Ortschaft Dabrowka im Norden Polens Foto: Wojtek Radwanski/AFP
„Ganz Europa wartet auf uns und wünscht uns viel Glück beim Bau“, sagte Tusk im Grenzdorf Dabrowka, rund 15 Kilometer nordöstlich von Wegorzewo, dem einstigen Angerburg in Ostpreußen, vor einer Reihe über die angemieteten Getreidefelder gezogener weißer Panzerigel. Tusk hatte seinen Infrastrukturminister Dariusz Klimczak (Bauernpartei PSL) in das abgelegene Gebiet im Norden der Maurischen Seenplatte gebracht. Die Maßnahmen sollen offenbar auch Arbeit in das arme Landwirtschaftsgebiet bringen. Die nächste Stadt im stark militarisierten russischen Oblast Kaliningrad ist das 40 Kilometer entfernte Gussew. Das Gebiet gilt selbst in der touristischen Hochsaison als verschlafen. Zwischenfälle mit russischen Bürgern oder mit infolge von Moskaus hybrider Kriegsführung gegen Polen eingesetzten Migranten sind hier äußerst selten.