Krise in Frankreich
Macron trifft erstmals Schüler vor neuen Protesten
Frankreich erwartet neue Proteste, Macron empfängt zuvor erstmals Gymnasiasten. Die Schüler haben konkrete Forderungen an den Präsidenten – und die Regierung prüft einen weiteren Schritt.
Schülerproteste, Kaufkraft und Ausschreitungen: Vor den Demonstrationen am Samstag sucht Macron erstmals das Gespräch mit Gymnasiasten Foto: Teresa Suarez/AP/dpa
Vor erneuten Demonstrationen in Frankreich gegen hohe Lebenshaltungskosten und marode Schulen will Präsident Emmanuel Macron am Freitagnachmittag erstmals mit Schülerinnen und Schülern zusammentreffen. Macron wolle Gymnasiasten und Vertreter ihrer Organisationen empfangen, um „sich ihre Forderungen und Sorgen anzuhören“, teilte der Élysée-Palast mit, wie Medien berichteten.
Als einen weiteren Schritt, um auf die Protestierenden zuzugehen, wolle die Regierung die Erhöhung des Mindestlohns vorziehen, berichtete die Zeitung „Les Échos“. Die Erhöhung könnte bereits kurzfristig erfolgen, statt wie bislang voraussichtlich erst im Januar. Dabei geht es um eine Erhöhung von etwa 15 Euro monatlich.
Die Schüler demonstrieren seit Wochen für mehr Vertretungslehrer, eine bessere Ausstattung ihrer Schulen und weniger überfüllte Stundenpläne. Macron hatte sich bislang nicht selbst mit Schülern oder Vertretern ihrer Organisationen getroffen. Ein erstes Treffen von Premierminister Sébastien Lecornu mit Vertretern von Schüler- und Studentenorganisationen war für Montag geplant.
Neue Proteste am Samstag
Die Schülerdemonstrationen mündeten am vergangenen Samstag in breitere Proteste auch gegen eine zu geringe Kaufkraft, wobei es in Paris und anderen Städten zu schweren Ausschreitungen kam. Vor den für diesen Samstag geplanten erneuten Demonstrationen ordnete die Regierung bereits zahlreiche Beschränkungen an, um erneute Gewalt zu verhindern. Wie das Innenministerium mitteilte, werde das Polizeiaufgebot am Samstag erhöht und Spezialkräfte würden mobilisiert.