Stockholm

Lichtgesteuerte Ionenkanäle: Zwei Deutsche und ein Amerikaner bekommen Nobelpreis für Medizin

Für ihre Forschung auf dem Gebiet der lichtgesteuerten Ionenkanäle erhalten drei Wissenschaftler heute den Nobelpreis für Medizin.

Die Akademie in Stockholm präsentiert den Medizin-Nobelpreis 2026. Er geht an drei Wissenschaftler, die zum Thema Optogenetik geforscht haben.

Die Akademie in Stockholm präsentiert den Medizin-Nobelpreis 2026. Er geht an drei Wissenschaftler, die zum Thema Optogenetik geforscht haben. Foto: Steffen Trumpf/dpa

Der Nobelpreis für Medizin geht in diesem Jahr an Karl Deisseroth, Peter Hegemann und Georg Nagel. Das teilte das Karolinska-Institut in Stockholm am Montagmittag mit. Diesseroth arbeitet an der Stanford-Universität in den USA, seine beiden Kollegen in Deutschland: Hegemann lehrt an der Humboldt-Uni in Berlin, Georg Nagel an der Uni Würzburg.

Die drei Forscher haben laut der Akademie in Stockholm herausragende Arbeit auf dem Gebiet der „lichtgesteuerten Ionenkanäle“ geleistet, eines Grundsteins der Optogenetik. Optogenetik ist eine Methode, mit der sich Zellen – meist Neuronen – mit Hilfe von Licht präzise an- oder abschalten lassen, schreibt die Nachrichtenagentur dpa. Sie kombiniert genetische und optische Techniken, um in lebendem Gewebe und sogar in frei beweglichen Tieren gezielt zelluläre Aktivität zu steuern.

Höheres Preisgeld als im vergangenen Jahr

Die Nobelpreise sind in diesem Jahr mit zwölf Millionen schwedischen Kronen dotiert, das Preisgeld wurde gegenüber den Vorjahren also um eine Million Kronen erhöht. Wie Science.lu berichtet, wollen die Organisatoren damit sicherstellen, dass der Preis über die Zeit seinen Wert behält. Außerdem ist dieses Jahr ein Jubiläum für die Wissenschafts-Auszeichnung: Vor 125 Jahren wurde der erste Nobelpreis vergeben. Zwölf Millionen Kronen sind ungefähr 1,07 Millionen Euro.

Im vergangenen Jahr hatte das amerikanisch-japanische Forschertrio Mary Brunkow, Fred Ramsdell und Shimon Sakaguchi (Japan) den Medizin-Nobelpreis erhalten. Sie wurden für ihre Entdeckungen zur sogenannten peripheren Immuntoleranz, die verhindert, dass das Immunsystem dem Körper schadet, geehrt.

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