Polen

Kumpels trotz Lockdowns unter Tage – jetzt ist die größte Kohleregion der EU ein Hotspot

Während in den meisten EU-Mitgliedsländern die Anzahl der Corona-Fälle zurückgeht, musste Polen am Dienstag einen neuen Tagesrekord melden. 595 Bürger hatten sich offiziell neu mit dem Coronavirus infiziert. 80 Prozent von ihnen stammen aus der Wojwodschaft Schlesien, der größten Kohleregion der EU. Schlesien droht damit zu Polens Lombardei zu werden.

„Epidemiologisch sehr ernst“: Im zuständigen Ministerium hieß es noch Ende März, in den Kohlegruben sei es zu warm für das Virus

„Epidemiologisch sehr ernst“: Im zuständigen Ministerium hieß es noch Ende März, in den Kohlegruben sei es zu warm für das Virus Foto: dpa/Tytus Zmijewski

Die Regierung in Warschau wurde nervös, sofort wurde Schatzminister Jacek Sasin in die Regionshauptststadt Katowice delegiert, um dort einen Krisenstab zu leiten. Bald schon machten Gerüchte die Runde, Schlesien werde von der Armee abgeriegelt, um die Ansteckung anderer Landesteile zu unterbinden. „Polen droht eine zweite Corona-Welle“, wurde alarmiert. „Alles ist unter Kontrolle, alle Behörden sind im Bilde, wir sind auf alles vorbereitet“, redet Sasin inzwischen die Lage schön.

Jetzt kostenlos testen: Ihr persönlicher 24-Stunden-Zugang

  • Zugang zu allen Online-Artikeln
  • E-Paper auf tageblatt.lu und in der App

Sie haben bereits ein Konto ? Melden Sie sich hier an.

Das könnte Sie auch interessieren

L’histoire du temps présent

La guerre de mille ans entre Occident et Iran