Eine der letzten Zeugen
KZ-Überlebende Esther Bejarano ist tot
Sie entkam dem Holocaust, weil sie im Mädchenorchester von Auschwitz spielte. Jetzt ist Esther Bejarano, die ihr Leben lang gegen das Vergessen ankämpfte, gestorben.
Esther Bejarano, deutsch-jüdische Überlebende des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau, sitzt in einem Sessel in ihrer Wohnung. Archivfoto: Axel Heimken/dpa
Als die Nazis im Vernichtungslager Auschwitz ein Mädchenorchester gründen wollten, meldete sie sich als Akkordeonspielerin - ohne jemals ein solches Instrument in der Hand gehabt zu haben. Das rettete der damals 18-jährigen Esther Bejarano das Leben. In ihrer Autobiografie erinnerte sie sich: „Dann sollte ich den deutschen Schlager „Bel Ami“ spielen und es gelang mir auch. Das war wie ein Wunder.“ Jetzt ist die kleine Frau mit dem mutigen Herzen, die sich seit Jahrzehnten gegen das Vergessen und für mehr Toleranz eingesetzt hatte und unter anderem mit einer Kölner Hip-Hop-Band gegen Rechts rappte, im Alter von 96 Jahren in ihrer Wahlheimat Hamburg gestorben.