Südlibanon
Israel schießt Stationierung entlang „Verteidigungslinie“ im ab
Israels Armee hat im Zuge ihres Vorgehens gegen die proiranische Hisbollah im Libanon nach eigenen Angaben die Stationierung von Bodentruppen im Süden des Nachbarlandes abgeschlossen.
Schafe bewegen sich am Ufer des Qaraoun-Sees, des größten libanesischen Stausees am Litani-Fluss Foto: Marwan Naamani/dpa
Zum derzeitigen Zeitpunkt hätten die Soldaten ihre Posten „entlang der Verteidigungslinie gegen Panzerabwehrraketen“ bezogen, erklärte die israelische Armee am Dienstag. Die Truppen sind demnach „weiterhin in dem Gebiet im Einsatz, um die vordere Verteidigungsstellung zu stärken und Gefahren für die Bewohner und Gemeinden im Norden Israels zu beseitigen“.
Genaue geografische Einzelheiten wurden zunächst nicht genannt. Laut israelischen Medienberichten ist es derzeit nicht vorgesehen, Soldaten weiter auf libanesisches Territorium vorrücken zu lassen als etwa 20 Kilometer nördlich der Grenze.
Die Streitkräfte hätten die „Frontlinie“ erreicht, die in den genehmigten Einsatzplänen festgelegt worden sei, berichtete die linksgerichtete israelische Tageszeitung „Haaretz“ unter Berufung auf Armeekreise. Diese Linie umfasst dem Bericht zufolge „südliche Dörfer, die etwa zehn Kilometer vom Litani-Fluss entfernt liegen – einem Gebiet, das unter israelischer Armeekontrolle steht“.
„Sicherheitszone“
Verteidigungsminister Israel Katz hatte in den vergangenen Wochen mehrfach vom Einrichten einer „Sicherheitszone“ im Südlibanon bis zum Litani-Fluss gesprochen, der etwa 30 Kilometer von der Grenze entfernt verläuft. Ziel ist es demnach, Angriffe aus dem Libanon mit Raketen und Drohnen auf Städte und Dörfer im Norden Israels zu verhindern. Laut „Haaretz“ zielt der derzeitige Einsatz darauf ab, den Beschuss nordisraelischer Ortschaften mit Panzerabwehrraketen zu verhindern, die eine geschätzte Reichweite von etwa zehn Kilometern haben.
Der Libanon war Anfang März in den Iran-Krieg hineingezogen worden. Damals feuerte die vom Iran finanzierte Hisbollah-Miliz als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Chamenei Raketen auf das Nachbarland ab. In der Folge griff Israel zahlreiche Ziele im Libanon an und schickte Bodentruppen über die Grenze.
Seit Beginn des Iran-Kriegs sind nach offiziellen libanesischen Angaben mehr als 1.420 Menschen getötet worden, unter ihnen 126 Kinder. Mehr als eine Million Menschen sind in dem Land auf der Flucht. (AFP)
