Nigeria
Islamisten töten und entführen dutzende Menschen
Bei einem Angriff auf ein Dorf in Nigeria sind nach ersten Erkenntnissen rund 40 Menschen getötet worden. Bewaffnete Islamisten griffen die Bewohner an und verschleppten weitere Menschen als Geiseln.
Ein nigerianischer Soldat steht am im ländlichen Dorf Goniri im Nordosten des Landes Wache Symbolfoto: AFP
Bewaffnete Islamisten haben ein Dorf in Nigeria angegriffen und dutzende Menschen getötet sowie weitere entführt. Wie ein Überlebender am Samstag der Nachrichtenagentur AFP schilderte, griffen hunderte mit Macheten, Messern und Gewehren bewaffnete Mitglieder der Islamistengruppe Lakurawa nach dem muslimischen Freitagsgebet das Dorf Dikera im Zentrum des Landes an. „Sie haben mehrere von uns niedergemetztelt und gesagt, wir würden nicht der wahren Lehre des Islam folgen“, sagte der überlebende Dschibril Ahmed.
Genaue Opferzahl nicht bekannt
Anschließend habe eine rivalisierende Islamistengruppe eingegriffen und sich Kämpfe mit den Lakurawa-Mitgliedern geliefert. Bei den Kämpfen seien viele Zivilisten getötet und andere als Geiseln verschleppt worden, sagten der Augenzeuge und ein örtlicher Beamter. Von dem Angriff war demnach auch das Nachbardorf Binzi betroffen.
Eine genaue Opferzahl konnten sie nicht nennen. Aus Kreisen der Rettungskräfte hieß es, nach vorläufigen Erkenntnissen gebe es etwa 40 Tote.
Islamisten seit Jahren in Nigeria aktiv
Lakurawa ist eine Gruppe unbekannten Ursprungs. Manche Experten bringen sie mit der Gruppe Islamischer Staat – Provinz Sahel in Verbindung, einem Ableger der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS), der in Burkina Faso, Mali und Niger aktiv ist. Ein anderer Bewohner machte Ansaru, eine andere dschihadistische Gruppe in der Region, für den Angriff in Dikera verantwortlich. Die nigerianische Regierung und das Militär des westafrikanischen Landes äußerten sich nicht zu dem Angriff.
In Nigeria, dem bevölkerungsreichsten Land Afrikas, sind seit Jahren islamistische Gruppen aktiv, die immer wieder Zivilisten angreifen und verschleppen, um Lösegeld zu erpressen. So hatte 2014 die Entführung hunderter Schülerinnen aus der Stadt Chibok für Schlagzeilen gesorgt. Zudem gibt es zahlreiche von den Einwohnern als „Banditen“ bezeichnete nichtreligiöse Banden, die ebenfalls auf Entführungen sowie auf Schutzgelderpressung setzen.