Verteidigungsabkommen von Mekka
Mehr Stabilität oder gefährliche Neuordnung am Golf?
Der Pakt von Mekka verbindet ein NATO‑Mitglied, einen Ölriesen und eine Atommacht. Gleichzeitig entstehen neue Lager. Ist das der Beginn einer gefährlichen Neuordnung in einer ohnehin unsicheren Region?
Neues Bündnis: der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (l.), der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman und Pakistans Premier Shehbaz Sharif (r.) Foto: AFP
Die Symbolik ist immens: In Mekka unterzeichneten Saudi-Arabien, Pakistan und die Türkei am 7. August ein gemeinsames Verteidigungsabkommen. Ein bewaffneter Angriff auf einen der drei Staaten soll als Angriff auf alle gelten. Unterschrieben haben der saudische Kronprinz und faktische Herrscher Mohammed bin Salman, der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und der pakistanische Premierminister Shehbaz Sharif. Was es im Ernstfall bedeutet, wenn ein NATO‑Mitglied, einer der wichtigsten Erdölstaaten und eine Atommacht sich gegenseitig in der heiligsten Stadt des Islam Beistand versprechen, bleibt offen. Unterschätzt werden sollte der Pakt jedoch nicht.
Man könnte das Abkommen der drei sunnitisch geprägten Staaten als Signal an Teheran deuten. Der schiitische Iran und Saudi-Arabien ringen seit Jahrzehnten um die politische und religiöse Führungsrolle in der islamischen Welt. Teheran will dem saudischen Königshaus dabei die Rolle als Hüter der heiligen Stätten Mekka und Medina streitig machen. Womöglich ist der Name auch ein Hinweis darauf, wer bei einer Erweiterung des Bündnisses außen vor bliebe: Schließlich ist der Zutritt zur Stadt Mekka für Nicht-Muslime streng verboten.