Analyse von Jeffrey Frankel

Renminbi, Yen und Won: Asiens unterbewertete Währungen und ihre Ursachen

Die Wechselkurse der wichtigsten asiatischen Währungen stehen erneut im Mittelpunkt der Debatten in der internationalen Geldwirtschaft. Da China, Japan und Südkorea Handels- und Leistungsbilanzüberschüsse verzeichnen, während die Vereinigten Staaten entsprechende Defizite aufweisen, argumentieren einige, dass der Renminbi, der Yen und der Won unterbewertet seien. Angesichts der diesen Ungleichgewichten zugrunde liegenden Fundamentaldaten dürfte eine Devisenmarktintervention jedoch kaum etwas bewirken.

Die USA haben kürzlich in Zusammenarbeit mit japanischen Behörden am Devisenmarkt interveniert, um den Yen zu stärken, indem sie die Währung kauften, während Japan Dollar verkaufte

Die USA haben kürzlich in Zusammenarbeit mit japanischen Behörden am Devisenmarkt interveniert, um den Yen zu stärken, indem sie die Währung kauften, während Japan Dollar verkaufte Foto: AFP/Andrew Caballero-Reynolds

Brad W. Setser, ehemaliger stellvertretender Staatssekretär im US-Finanzministerium, argumentierte kürzlich, dass ein „schwacher Renminbi direkt zu Chinas jüngstem Exportboom geführt habe“ und forderte die großen Volkswirtschaften auf, China zu einer Aufwertung der Währung zu drängen. (China griff früher in den Devisenmarkt ein, um eine Aufwertung des Wechselkurses zu verhindern, hat diese Praxis jedoch 2014 aufgegeben.) Gita Gopinath von der Harvard University, Pierre-Olivier Gourinchas von der University of California, Berkeley, und Hélène Rey von der London Business School sind anderer Meinung. Ihrer Ansicht nach ist der Renminbi-Dollar-Wechselkurs nicht die Hauptursache für die Ungleichgewichte in der Leistungsbilanz und rechtfertigt daher keine Maßnahmen seitens anderer Länder.

Während Ökonomen darüber debattieren, ob eine Intervention beim Renminbi angemessen ist, werden bereits Maßnahmen in Bezug auf den Yen und den Won ergriffen. Die USA haben kürzlich in Zusammenarbeit mit japanischen Behörden am Devisenmarkt interveniert, um den Yen zu stärken, indem sie die Währung kauften, während Japan Dollar verkaufte. Berichten zufolge beteiligte sich auch Südkorea an dieser koordinierten Intervention. Dahinter stand die Überlegung, dass eine gemeinsame Intervention die Wirkung auf beide Währungen verstärken würde, da der Wert des Won eng mit dem des Yen verbunden ist.

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