Kaukasus
In Armenien geht die Angst um nach Aserbaidschans Angriffen
Am Dienstag hat Aserbaidschan seinen Nachbarn Armenien angegriffen. Beide Staaten sind verfeindet, kriegerische Auseinandersetzungen nichts Neues. Doch dieses Mal ist alles anders. Es geht nicht um Bergkarabach – die Angriffe zielten auf armenisches Kernland.
„Diene deinem Mutterland“ steht auf dem Schild in der armenischen Stadt Vardenis nahe dem Sewan-See Foto: AFP/Karen Minasyan
Das Video ist so entsetzlich, dass es auch nach mehr als sechs Monaten voller grauenhafter Bilder von dem Krieg in der Ukraine schockiert. Trotzdem verbreiten Aserbaidschaner es auf dem Messengerdienst Telegram. Der mit einem Handy aufgenommene Film zeigt eine tote armenische Soldatin, ihr nackter Körper ist verschmiert. Die Frau hat nur noch ein Auge, in die andere Augenhöhle haben ihre Peiniger einen Stein gedrückt. Aus ihrem Mund ragt ein Finger, den man ihr abgeschnitten und zwischen die Zähne gequetscht hat. Auch ihre anderen Finger wurden abgetrennt. In dem kurzen Clip sind weitere Leichen von armenischen Soldaten zu sehen. Den aserbaidschanischen Soldaten hört man lachen, während er über die toten Soldaten herumtrampelt.