Notre-Dame-Eröffnung

Großherzog Henri reist am Wochenende nach Paris – und trifft dort auf Donald Trump

Der designierte US-Präsident Donald Trump reist am Wochenende nach Paris zur Eröffnungsfeier der Notre-Dame-Kathedrale. Dort könnte es zur Begegnung mit Großherzog Henri kommen, der Luxemburg bei den Feierlichkeiten vertritt.

In altem Glanz nach dem verheerenden Brand: Am Wochenende wird die Notre-Dame-Kathedrale wiedereröffnet

In altem Glanz nach dem verheerenden Brand: Am Wochenende wird die Notre-Dame-Kathedrale wiedereröffnet Fotos: AFP; Collage: Editpress

Der designierte US-Präsident Donald Trump wird nach eigenen Angaben am kommenden Wochenende die Eröffnungsfeier der Pariser Notre-Dame-Kathedrale besuchen. „Es ist mir eine Ehre, anzukündigen, dass ich am Samstag nach Paris reisen werde, um an der Wiedereröffnung der prächtigen und historischen Kathedrale Notre-Dame teilzunehmen, die nach einem verheerenden Brand vor fünf Jahren vollständig restauriert worden ist“, erklärte Trump am Montag in seinem Onlinedienst Truth Social. Es ist seine erste Auslandsreise nach seinem Sieg bei der US-Wahl im November. „Das wird ein sehr spezieller Tag für alle“, schreibt Trump in seinem Post.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will am Samstag zunächst eine Ansprache auf dem Vorplatz der Kathedrale halten. Dort werden etwa 3.000 Besucher sein. Am Seine-Ufer wird mit 40.000 weiteren Besuchern gerechnet. Zu der Eröffnungsfeier werden etwa 50 Staats- und Regierungschefs erwartet. Luxemburg wird durch Großherzog Henri in Paris bei der Feier vertreten sein, wie der großherzogliche Hof auf Nachfrage bestätigt. Premier Luc Frieden (CSV) wird, Stand Dienstagmorgen, nicht an der Feier in Paris teilnehmen, heißt es aus seinem Büro. 

Die gotische Kirche war bei einem Großbrand 2019 massiv beschädigt worden. Dank zahlreicher Spenden in Höhe von 846 Millionen Euro konnte die Kirche innerhalb von gut fünf Jahren umfassend restauriert werden. Die Brandursache wurde nicht abschließend geklärt. Die Ermittler gingen unter anderem von einem Kurzschluss und mangelndem Brandschutz aus.

Macrons Coup

Dass der künftige US-Präsident die Einladung Macrons nach Paris angenommen hat, kann durchaus als Coup gewertet werden. In Trumps erster Amtszeit galt Macron als einer jener Staats- und Regierungschefs, die einen Weg gefunden hatten, mit dem US-Präsidenten umzugehen. In Erinnerung geblieben sind unter anderem die Handschlag-Duelle, die beide bei mehreren Treffen führten. 

Als die Kathedrale in Flammen stand, gab Trump damals via Twitter Tipps an die Franzosen, wie das Feuer am besten zu löschen sei. So empfahl der damalige und künftige US-Präsident den Einsatz von Lösch-Flugzeugen, was einiges an Spott nach sich zog, da ein solcher Einsatz laut Experten das ganze Gebäude zum Einsturz hätte bringen können.

Macron hat Trump laut Le Monde am Samstag in einem Telefonat nach Paris eingeladen. Während dieses Gesprächs hätten Trump und Macron die großen internationalen Themen wie den Nahen Osten, aber vor allem den Ukraine-Krieg kurz angesprochen. Am Wochenende solle dann Zeit sein, diese Gespräche zu vertiefen. Allgemein wird befürchtet, dass die USA unter Präsident Trump ihre Hilfe für die Ukraine zurückfahren oder sogar ganz beenden könnten. Das würde nicht nur Kiew, sondern auch die Europäer vor große Herausforderungen stellen.

Luxemburgs Regierung hat bereits angekündigt, die Beziehungen zu den USA unter Präsident Trump auszubauen. „Wir werden als Regierung alles tun, um gute Beziehungen und sogar verstärkte Beziehungen zu Amerika zu haben“, sagte Premier Frieden im Interview mit dem Tageblatt. Auch Außenminister Xavier Bettel (DP) unterstrich diese Position in seiner ersten Rede zur luxemburgischen Außenpolitik vor der Chamber Mitte November. Anders als Frieden hat Bettel während seiner Zeit als Premier bereits die Gelegenheit gehabt, Trump persönlich kennenzulernen. „Ich kenne Trump aus meiner Zeit als Premier“, sagte Bettel vor den Abgeordneten.

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