Mehrere Brände

Gewaltsame Schülerproteste in Frankreich weiten sich aus

Brände an Schulen und Bussen, Universitätsblockaden und Zusammenstöße mit der Polizei führen zu Hunderten Festnahmen. Die Regierung beruft eine Krisensitzung ein.

Schüler verbrennen Müll und demonstrieren für mehr Mittel und mehr Personal an Schulen

Schüler verbrennen Müll und demonstrieren für mehr Mittel und mehr Personal an Schulen Foto: Jean-Francois Badias/AP/dpa

Die teils gewalttätigen Schülerproteste in Frankreich weiten sich aus: In Nantes kam es am Donnerstag zu einem größeren Brand in einer Schule, in Marseille wurden mehrere Busse in Brand gesetzt. Aus dem Pariser Vorort Saint-Denis wurden erneut gewaltsame Auseinandersetzungen gemeldet, bei denen Schüler Feuerwerkskörper zündeten und die Polizei Tränengas einsetzte. Vor Schulen in Lille, Brest und Straßburg wurden Mülleimer in Brand gesetzt.

Krisensitzung am Donnerstagnachmittag

Landesweit wurden nach Angaben einer Studierendengewerkschaft am Donnerstag auch rund zwei Dutzend Universitäten blockiert.

Premierminister Sébastien Lecornu berief für den Nachmittag eine Krisensitzung ein. „Wir erleben einen erheblichen Anstieg der Gewalt, Angriffe auf Einsatzkräfte, Sachbeschädigungen und Angriffe auf Einrichtungen“, sagte Innenminister Laurent Nuñez.

Auslöser der in der vergangenen Woche begonnenen Proteste waren Forderungen, zahlreiche Missstände an den weiterführenden Schulen Frankreichs zu beenden. Dazu zählen baufällige Schulgebäude, Lehrermangel, fehlende Materialien und zu lange Schultage. Zudem brechen sich ein allgemeiner Unmut und eine Politikverdrossenheit Bahn.

Die Proteste sind auch bereits ein Wahlkampfthema: Mehrere Politiker der linkspopulistischen Partei La France Insoumise (LFI, Unbeugsames Frankreich) zeigten sich vor blockierten Schulen und machten sich die Forderungen von Schülern zu eigen.

625 Festnahmen am Mittwoch

Der Bürgermeister von Saint-Denis, Bally Bagayoko, verteidigte seine Anwesenheit am Ort der Ausschreitungen. Dies zähle zu seinen Pflichten als Bürgermeister. Er forderte von den Behörden, „zur Ruhe aufzurufen“. Dazu zähle es auch, der Polizei „klare Anweisungen“ zu geben, sagte Bagayoko am Donnerstag dem Sender France Info. LFI-Parteichef Jean-Luc Mélenchon hatte der Regierung mit Blick auf das Vorgehen der Sicherheitskräfte „Repression“ vorgeworfen.

Am Mittwoch waren 356 Schulen von den Protesten betroffen, 625 Menschen wurden festgenommen, 83 Polizisten und Gendarmen verletzt. Seit Beginn der Proteste wurden nach Angaben des Bildungsministeriums bislang 119 Schülerinnen, Schüler, Lehr- und Aufsichtskräfte verletzt.

3 Kommentare
JJ 01.10.202617:52 Uhr

Wenn das Volk nicht mehr über die Runden kommt. Spritpreise hätten sofort gedeckelt werden müssen.Der Staat kassiert Unsummen an Spritsteuer während der Arbeiter mit seinem Auto,das wenigstens so alt ist wie er selbst,für 13,50 Mitte des Monats tanken geht.Mehr hat er nicht in der Tasche. Die Bildung ist,wie in Deutschland,am Abgrund. Die Studenten sind die Politiker von morgen. Da kommt also noch was auf uns zu. Derweil macht der Obertrottel aus den USA Schulterschluss mit Amerikas ehemaligen Erzfeinden. Das ist Verrat an allen Amerikanern die in den 2 Weltkriegen in Europa ihren Kopf hingehalten haben. Aber wie oben erwähnt. Die Bildung macht's. Vielleicht ist das gewollt?! Ein gutes Maß an Bildungskrüppeln kann doch nur nützlich sein für die Trumps,AfD's,Populisten aller Art usw. Es sieht nicht gut aus. Gut dass man alt ist.

CG 01.10.202615:31 Uhr

Erinnert ein wenig an die Studentenproteste von 1968.

Fraulein Smilla 01.10.202613:43 Uhr

Nach Gabriel Attal , benutzt Der LFI fuer seine Agenda die Schueler hemmungslos als politisches Kannonenfutter .Bin kein Fan von Attal , aber hier muss ich ihm 100 %ig Recht geben .

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